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So führen Sie ethisch korrekt

Redaktion

29.09.2015

So führen Sie ethisch korrekt -
So führen Sie ethisch korrekt -
Eine klare Kommunikation gehört zur ethischen Führung. (Foto: fauxels_pexels.com)

Ethische Führung umfasst sieben Verhaltensfacetten, wie eine neue Studie zeigt: Mitarbeiterorientierung, Fairness, Rollenklärung, Integrität, Machtteilung, ethische Anleitung und Interesse an Nachhaltigkeit.

Eingedeutschter Fragebogen

Jemand führt ethisch, wenn er sich an Regeln der Ehrlichkeit und Menschlichkeit hält und das seinen Mitarbeitern vorlebt. Christina Block und ihre Kollegen von der Technischen Universität Dortmund haben jetzt den englischsprachigen „Ethical Leadership at Work Questionnaire“, der diese ethische Führung erhebt, ins Deutsche übertragen und an 918 Mitarbeitern getestet. 

Sie prüften die einzelnen Facetten des Fragebogens und deren Übereinstimmung mit Außenkriterien. Ihre Ergebnisse veröffentlichte die Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie

Folgende sieben Verhaltensfacetten ethischer Führung konnten bestätigt werden. Ihre Reihenfolge entspricht einem nach unten hin schwächer werdenden Zusammenhang mit Außenkriterien (Gesamtmaß ethischer Führung, inspirierende und belohnende Führung, Arbeitszufriedenheit, affektive Bindung ans Unternehmen).

Geht’s Ihnen gut?

1. Mitarbeiterorientierung. Eine Führungskraft respektiert, unterstützt und umsorgt die Mitarbeiter (Beispiel-Aussage, deren Zutreffen auf einer fünfstufigen Skala eingeschätzt wird: „Die Führungskraft ist daran interessiert, wie ich mich fühle und wie es mir geht.“). Mitarbeiterorientierung ist der aussagekräftigste Faktor für ethische Führung. Außerdem: Je stärker der Beistand einer Führungskraft ist, desto zufriedener und bindungswilliger sind die Mitarbeiter. 

2. Fairness. Mitarbeiter werden gleich, fair und prinzipientreu behandelt („Die Führungskraft, die ich einschätze, macht mich für Dinge verantwortlich, die nicht meine Fehler sind.“ [umgekehrt formuliertes Item]). Die Fairness des Chefs stimmt vor allem mit Führung durch Belohnungen überein und geht mit deutlich höherer Arbeitszufriedenheit einher.

Klare Kommunikation

3. Rollenklärung. Verantwortlichkeiten, Erwartungen und Leistungsziele werden vom Vorgesetzten klar mitgeteilt („Die Führungskraft erläutert, was von jedem einzelnen Teammitglied erwartet wird.“). Rollenklärung wirkt sich positiver auf die Arbeitszufriedenheit aus als alle folgenden Facetten. 

4. Integrität. Der Chef hält, was er verspricht, und ist glaubwürdig („Die Führungskraft hält ihre Versprechen.“). Ein integerer Chef regt vor allem geistig an und motiviert. 

5. Machtteilung. Mitarbeiter können mitbestimmen, ihre Ideen und Ängste werden berücksichtigt („Die Führungskraft erlaubt Mitarbeitern, wichtige Entscheidungen zu beeinflussen.“). Je mehr ein Chef dazu bereit ist, desto mehr lobt und verstärkt er seine Mitarbeiter.

Dem Vorbild verbunden

6. Ethische Anleitung. Der Manager nennt ethische Regeln, belohnt bei Einhaltung und bestraft bei Missachtung („Die Führungskraft erläutert, was von Mitarbeitern in Bezug auf integeres Verhalten erwartet wird.“). Wenn ein Manager seine Mitarbeiter dazu anhält, fühlen sie sich dem Unternehmen verbundener. 

7. Interesse an Nachhaltigkeit. Der Chef interessiert sich für Umwelt, Recycling und die Folgen seines Handelns („Die Führungskraft würde gern in einer umweltfreundlichen Art und Weise arbeiten.“). Nachhaltigkeitsvorlieben im Führungsstab gehen ebenfalls mit dem Commitment der nachgeordneten Kollegen einher.

Literatur

Christina Block, Kai C. Bormann & Jens Rowold (2015). Ethische Führung: Validierung einer deutschen Adaption des Ethical Leadership at Work Questionnaire (ELW-D) nach Kalshoven, Den Hartog und De Hoogh (2011) [Abstract]. Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 59 (3), 130-143.