Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Strategie: Arbeitsanalyse mit dem Work Design Questionnaire (WDQ)

3. März 2010

Der Work Design Questionnaire (WDQ) wurde 2006 von den Arbeitspsychologen Frederick P. Morgeson und Stephen E. Humphrey vorgestellt. Er ist ein neues Testverfahren zur Arbeitsanalyse. Gerade haben Sebastian Stegmann und sein Team von der Uni Frankfurt eine deutsche Version des Fragebogens in der Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie veröffentlicht.

Vorteile

Der WDQ bietet folgende Vorteile:

Aufbau des Work Design Questionnaire

Der WDQ erfasst die Arbeitsplatzmerkmale in 21 Skalen. Diese sind wiederum folgenden Merkmalsbereichen zugeordnet:

Motivationale Merkmale des Arbeitsplatzes

Soziale Merkmale des Arbeitsplatzes

Kontextuelle Merkmale des Arbeitsplatzes

Qualität des Work Design Questionnaire

Hinsichtlich der Qualität des Fragebogens interessierten zum Beispiel die Messgenauigkeit, die Validität (Misst er, was er messen soll?), die Lesbarkeit oder die Testökonomie (Ist er in vertretbarer Zeit ausfüllbar?). Zu diesen Punkten haben die Autoren insgesamt vier Studien durchgeführt.

Die Messgenauigkeit der einzelnen Skalen war gut bis sehr gut, selbst bei zeitversetztem Ausfüllen schätzten die Befragten in etwa gleiche Merkmale ihres Arbeitsplatzes ein. Auch die Validität war gegeben. Die WDQ-Skalen hingen wie erwartet mit Außenkriterien wie Arbeitsmotivation, Zufriedenheit, Verantwortlichkeit oder Identifikation zusammen.

Dabei wurden alle 21 Skalen als eigenständige Faktoren bestätigt. Es zeigte sich zudem, dass der WDQ Unterschiede einzelner Berufsgruppen wie z.B. Selbstständige oder Führungskräfte erfasste. Der Fragebogen wurde mit Rückübersetzung präzise ins Deutsche übertragen. Er ist mit insgesamt 77 Items relativ lang, nach Angaben der Autoren ist „der zeitliche Aufwand pro Teilnehmer trotz des Umfangs jedoch gering“ (S. 20). Zudem deckt er alle relevanten Tätigkeitsmerkmale ab.

Arbeitsplatzgestaltung

Die Autoren weisen insbesondere auf den Nutzen des Fragebogens zur Arbeitsplatzgestaltung hin. Mit ihm können Arbeitsplatzmerkmale bestimmt werden, die die Arbeitsmotivation oder die Arbeitszufriedenheit beeinflussen, wie z.B. die Aufgabenmerkmale. Diese können verändert werden, um den Arbeitsplatz ansprechender zu gestalten oder seine schädigenden Einflüsse auszuschalten. Durch den WDQ ist es möglich, die relevanten Gestaltungselemente zu erkennen und nach einer Umgestaltung (z.B. durch Job Enrichment) die Wirksamkeit der Maßnahme zu überprüfen.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Sebastian Stegmann, Rolf van Dick, Johannes Ullrich, Julie Charalambous, Birgit Menzel, Nikolai Egold, Tina Tai-Chi Wu (2010). Der Work Design Questionnaire: Vorstellung und erste Validierung einer deutschen Version. Zeitschrift Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 54, 1-28. Zum Abstract.

Stephen E. Humphrey, Jennifer D. Nahrgang & Frederick P. Morgeson (2007). Integrating motivational, social, and contextual work design features: A meta-analytic summary and theoretical extension of the work design literature. Journal of Applied Psychology, 92, 1332-1356. Zum Beitrag (PDF).

Frederick P. Morgeson & Stephen E. Humphrey. (2006). The Work Design Questionnaire (WDQ): Developing and validating a comprehensive measure for assessing job design and the nature of work. Journal of Applied Psychology, 91, 1321-1339. Zum Beitrag (PDF).

Mehr zu Testverfahren in der Ausgabe “Eignungsdiagnostik”

Zum Schnupper-Abo der Wirtschaftspsychologie aktuell

Zur Newsletter-Anmeldung

Zum Archiv