Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
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Strategie: Kündigung – was tun?

12. Februar 2010

Kündigung ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in aller Munde. Welche Strategie ist nützlich, wenn man betroffen ist? Neue Beiträge auf einigen Karriereseiten und wirtschaftspsychologische Erkenntnisse geben erste Hinweise.

Die Stressreaktion

Was auch immer die Gründe für eine Kündigung sein mögen, die vom Arbeitgeber ausgesprochen wird, Stress wird sie in den meisten Fällen bedeuten. Mary Gowan und Mitarbeiter fanden in einer Untersuchung heraus, dass Arbeitsplatzverlust eine ganze Kette von psychischen Reaktionen nach sich zieht. Allen voran die Bedrohlichkeitsbewertung, die dem Betroffenen anzeigt, dass diese Situation für seine weitere Existenz folgenschwer sein kann.

Die Bewältigungsstrategie

Aber gleichzeitig entwickelt man Coping- oder Bewältigungsstrategien, um die Bedrohung abzuwenden. Coping kann entweder durch direktes Handeln oder innerpsychische Prozesse ablaufen. Direktes Handeln kann so aussehen:

Innerpsychische Prozesse zur Bewältigung sind:

Die kluge Taktik

Auf Handelsblatt.com wird die clevere Verhandlungstaktik und damit das direkte Handeln betont. Man soll bei Erhalt der Kündigung nicht gleich mit dem Anwalt drohen oder sich postwendend krankschreiben lassen. Vielmehr ist im ersten Gespräch freundliches Zuhören angezeigt. Auf keinen Fall sollte man signalisieren, dass man zum Gehen bereit ist und Abfindungen oder Versetzungen akzeptiert. Danach heißt es, sich mit Anwalt und Betriebsrat abstimmen.

Midia Nuri weist auf Zeit.de darauf hin, dass bei einer Kündigung Freistellungsansprüche geltend gemacht werden können. Für die Meldung bei der Agentur für Arbeit und für Vorstellungs- und Informationsgespräche beim künftigen Arbeitgeber kann der gekündigte Mitarbeiter freigestellt werden. Voraussetzung: Dauer und Grund für die Freistellung sind anzugeben.

Der faire Chef

Kündigung und Fairness sind nicht so leicht zusammenzubringen. Dennoch gibt es einige Regeln, die der Vorgesetzte beachten solle, wenn er die Kündigung ausspricht. Im Interview auf Wiwo.de betont der Trennungsexperte Laurenz Andrzejewski die Wichtigkeit des ersten Gesprächs. Dieses sollte gut vorbereitet werden, und die ersten fünf Sätze sollten dem Mitarbeiter klar die Botschaft übermitteln. Der Chef muss sich für das Gespräch Zeit nehmen und auch: Mitgefühl zeigen.

Tanja Könemann arbeitet auf Focus.de heraus, dass im ersten Gespräch eine "saubere Begründung" der Kündigung erforderlich ist. Nur so ist sie nachvollziehbar und wird auch im verbleibenden Team nicht als Ungerechtigkeit erlebt. Könemann zeigt auch, dass zu einem fairen Ablauf meist mehrere Gespräche zwischen Führungskraft und Mitarbeiter gehören, in denen die Details der Kündigung besprochen werden.

Das gute Ende

Gibt es ein gutes Ende? Die Personalberaterin Maren Lehky rät im Interview auf Zeit.de, dass man trotz aller Enttäuschung den hoffnungsvollen Neubeginn vor Augen haben sollte. Um dafür alle Energien freizumachen, sollte die Trennung möglichst einvernehmlich erfolgen. Notwendig ist hier, dass man sich über seine weiteren Ziele im Klaren ist. Und dass man sich einigermaßen aufgeräumt trennt.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Mehr zur Trennungskultur nach Laurenz Andrzejewski in der Ausgabe „Karriere“

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