Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Strategie: Zielorientierung

22. Juli 2009

Ein Mitarbeiter ist zielorientiert, wenn er von sich aus beharrlich ein bestimmtes Leistungsziel verfolgt. Zielorientierung ist damit ein überdauerndes Persönlichkeitsmerkmal, das die gedankliche und verhaltensbezogene Ausrichtung auf ein Ziel hin umfasst. Und es ist im Arbeitskontext wichtig. Denn Mitarbeiter mit einer hohen Ausprägung dieser Eigenschaft erreichen auch unter widrigen Umständen ehrgeizige Ziele.

Facetten der Zielorientierung

Zielorientierung umfasst folgende drei Dimensionen:

Zielorientierung und Arbeitsleistung

Eine Arbeitsgruppe um Gillian Yeo von der University of Western Australia hat jetzt diese Dimensionen näher untersucht und sie ins Verhältnis zur Arbeitsleistung gesetzt. Ihre Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Journal of Applied Psychology veröffentlicht. Die Autoren untersuchten über 200 Studenten, die in einem Fall eine knifflige Problemlöse-Aufgabe – sie sollten den Kurs von Flugzeugen vorhersagen – lösen sollten, im anderen Fall eine Prüfung im Fach Organizational Behavior ablegen mussten.

Leistungsstreben ist nicht immer effektiv

Die Ergebnisse: Studenten, die besonders motiviert waren, neue Kompetenzen zu erwerben, sagten die Flugroute besser voraus und hatten bessere Examensleistungen. Wenn sie davon angetrieben waren, Leistung zu zeigen, schnitten sie besser im Vergleich zu ihren Mitkonkurrenten ab. Je größer ihr Bedürfnis war, Leistung zu zeigen, desto besser war auch ihre Leistung – aber nur bei geringen Anforderungen. Wenn die Aufgabe komplex oder die Prüfung schwierig war, brachte das Leistung-zeigen-wollen keinen Vorteil mehr.

Empfehlungen für die Personalarbeit

Ausgehend von diesen Ergebnissen schlussfolgern die Autoren, dass folgende Aspekte bei der Personalarbeit besonders beachtet werden sollten:

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Yeo, G., Loft, S., Xiao, T. & Kiewitz, C. (2009). Goal orientations and performance: Differential relationships across levels of analysis and as a function of task demands. Journal of Applied Psychology, 94, 710-726. Zum Abstract.

Dweck, C. S. (1986). Motivational processes affecting learning. American Psychologist, 41, 1040-1048.

Payne, S. C., Satoris, S. Y. & Beaubien, J. M. (2007). A meta-analytic examination of the goal orientation nomological net. Journal of Applied Psychology, 92, 128-150.

Mehr zu Arbeitsleistung in der Ausgabe „Talentmanagement“

Zum Schnupper-Abo der Wirtschaftspsychologie aktuell

Zur Newsletter-Anmeldung

Zum Archiv


=