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Strategie: Beförderungswürdigkeit

10. Juni 2009

Nach welchen Kriterien entscheidet der Chef, ob ein Mitarbeiter beförderungswürdig ist? Die vom Vorgesetzten gesehene Beförderungswürdigkeit (Promotability) hat nachhaltige Folgen für die Karriere des Angestellten. Daher ist es wichtig, die Faktoren zu kennen, die diese Einschätzung beeinflussen. Bislang wurden meist demographische und wirtschaftliche Faktoren zur Vorhersage der Beförderungswürdigkeit näher betrachtet.

Welches Verhalten sagt Beförderungswürdigkeit voraus?

Irene de Pater und ihre Kolleginnen von der Universität Amsterdam haben jetzt erstmalig verhaltensbezogene Faktoren untersucht, die die Beförderungswürdigkeit vorhersagen. Ihr Augenmerk lag auf den realen Herausforderungen im täglichen Job, denen sich die Mitarbeiter stellen mussten. Sie werteten in drei Studien die Angaben von 55 Verwaltungsangestellten, 32 Berufsanfängern und 158 Angestellten auf mittlerer Führungsebene in der Pharmaindustrie aus.

Leistung und Herausforderungen

Insgesamt zeigte sich, dass die Einschätzung zur Beförderungswürdigkeit, die der Chef abgab, von zwei Hauptfaktoren bestimmt wurde: von der Arbeitsleistung und den Herausforderungen, denen sich die Mitarbeiter bisher stellten.

Die Autorinnen betonen dabei, dass es nicht trivial ist, wenn neue, stressige Tätigkeiten die Beförderung wahrscheinlicher machen. Denn man kann dabei auch schnell Fehler machen und dem Chef ein unvorteilhaftes Bild von seinen eigenen Fähigkeiten vermitteln. Die entscheidenden Punkte hinsichtlich der Beförderungswürdigkeit sind:

Leistung zeigen

Arbeitsleistung ist für eine anstehende Beförderung zentral. Wenn in hierarchisch organisierten Bereichen, neue Jobs besetzt werden müssen, ist immer die bisherige Leistung ausschlaggebend.

Herausforderungen suchen

Leistung allein reicht nicht und vor allem: die bisherige Leistung sagt mitunter nur wenig über zukünftige Potenzial eines Mitarbeiters aus. Neue, ungewohnte Tätigkeiten, stressige Events, schwierige Kundengespräche können hier verdeutlichen, was alles im Mitarbeiter steckt. Herausforderungen sind somit ein Indikator für unerkannte Potenziale.

Seine Karriere planen

Die Karriere im eigenen Unternehmen sollte man nicht dem Zufall überlassen. Beförderungswürdigkeit kann man durch Impression Management steuern. In konkreten Schritten sollte man sich überlegen, wie man sein Engagement steigern und es im Team und vor allem seinem Chef gegenüber besser zeigen kann.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

de Pater, I., van Vianen, A. E. M., Bechtholdt, M. N. & Klehe, U.-C. (2009). Employees‘ challenging job experiences and supervisors evaluations of promotability. Personnel Psychology, 62, 297-325.

Greenhouse, J. H., Parasuraman, S. & Wormley, W. M. (1990). Effects of race on organizational experiences, job performance evaluations, and career outcomes. Academy of Management Journal, 33, 64-86.

Thacker, R. A. & Wayne, S. J. (1995). An examination of the relationship between upward influence tactics and assessment of promotability. Journal of Management, 21, 739-757.

Mehr zu Leistungsträgern in der Ausgabe "Talentmanagement"

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