Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Strategie

Angst in Freude verwandeln

21. Februar 2017

Durch ein zehnwöchiges Training mit positiven Aktivitäten ließen sich negative Gefühle in Freude verwandeln. Patienten, die unter Angst und Depressionen litten, übten sich in Dankbarkeit, Freundlichkeit und Genuss. Danach waren sie fröhlicher und zufriedener, wie eine neue Studie zeigt.

Schöne Erlebnisse

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Charles Taylor von der University of California und sein Team schulten 29 Patienten mit einem positiven Aktivitätstraining. Diese hatten Angst oder Depressionen, fürchteten sich z.B. vor der Bewertung anderer oder waren traurig und niedergeschlagen. Die Ergebnisse des Trainings stehen in der Onlineausgabe der Fachzeitschrift Depression and Anxiety.

Das Training dauerte zehn Wochen mit einer wöchentlichen Gruppensitzung und Hausaufgaben zwischendrin. Um die Wirkung direkt danach, drei und sechs Monate nach Trainingsende zu messen, bildete ein Teil der Patienten eine Wartelistenkontrollgruppe. Sie warteten, während die anderen trainiert wurden, um danach auch die Übungen zu durchlaufen. Die wesentlichen Bausteine der „Positive Activity Intervention“ waren:

Deutlich weniger Symptome

Bessere Stimmung und weniger Beschwerden. Nach den zehn Trainingswochen berichteten die Patienten über deutlich mehr positive Gefühle („Freude, Liebe, Staunen“) und weniger negative („Schuld, Ärger, Angst“) als vor dem Training. Außerdem gingen ihre Symptome spürbar zurück – sowohl die Angst („Ich fühle mich angespannt.“) als auch die depressive Verstimmung („Ich bin die ganze Zeit traurig und komme nicht davon los.“). Schließlich waren die Trainierten mit ihrem Leben zufriedener und konnten es wieder mehr genießen. Bei den Patienten in der Wartekontrollgruppe zeigten sich diese Verbesserungen nicht.

Die Besserung hielt an. Sowohl drei als auch sechs Monate nach Trainingsende hatten sich die Werte gegenüber dem unmittelbaren Nachtest nicht verändert. Die Besserung blieb also bestehen. Auch ein halbes Jahr nach dem Aktivitätstraining waren die Trainierten mit Abstand glücklicher, angstfreier, fröhlicher und zufriedener als vor dem Workshop.

Übertragungseffekt

Geprüfte Fachinfos
in zwei neuen Ausgaben der Zeitschrift lesen –
mit 30% Preisvorteil.
Hier mehr erfahren.

Dankbarkeit, Freundlichkeit und Glück konnten im Training also Angst und Niedergeschlagenheit in Freude verwandeln. Für Charles Taylor und seine Kollegen hat sich dabei „das positive Gefühlssystem hochgeregelt“. Von der Folge sind sie überzeugt: „Interessanterweise übertrug sich das Arbeiten an positiven Gefühlen auf die negativen. Belastende Stimmung, Angst und Niedergeschlagenheit gingen zurück. Die Wirkung war groß und hielt auch sechs Monate nach dem Training noch an.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Charles T. Taylor PhD, (University of California, San Diego), Sonja Lyubomirsky (University of California, Riverside) & Murray B. Stein (University of California, San Diego). (2016). Upregulating the positive affect system in anxiety and depression: Outcomes of a positive activity intervention [Abstract]. Depression and Anxiety, Early View Articles.

Mehr zu Angst und Freude: Hier zwei neue Ausgaben der Wirtschaftspsychologie aktuell bestellen.

Der Themenschwerpunkt „Alles Neuro?“ zu gehirngerechter Arbeit, Risikofreude, Lernstrategien, positivem Denken, Selbstkontrolle, Kaufbereitschaft & Neuro-Marketing.

Die Wirtschaftspsychologie aktuell im Schnupper-Abo testen.

Den monatlichen Newsletter der Zeitschrift bestellen.

Im Archiv ab 2001 blättern.