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Strategie

Gute Laune nach Zieltraining

21. Juli 2016

Krankenschwestern arbeiteten neun Monate lang an einem beruflichen Ziel. Am Ende waren sie fröhlicher und nahmen mehr Kontrolle bei ihrer Arbeit wahr. Das berichten Düsseldorfer Forscher.

70 Krankenschwestern trainiert

Andreas Müller von der Universität Düsseldorf und seine Kollegen haben mit 70 Krankenschwestern ein Zieltraining durchgeführt, nachzulesen im Journal of Occupational Health Psychology. Das Training beruhte auf der Theorie von Auswahl, Verbesserung und Ersatz von Paul Baltes, wonach Menschen vorankommen, wenn sie ein Ziel festlegen, ihre Wege dorthin verbessern und unpassende Wege durch neue ersetzen.

Ziel und Plan

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Mit dem Training sollte erreicht werden, dass die Krankenpflegerinnen ihre tägliche Arbeit etwas besser bewältigen konnten. Es umfasste sechs Trainingsstunden, die über neun Monate verteilt waren. Die Hälfte der Teilnehmerinnen war in einer Wartekontrollgruppe. Mit ihnen wurde die Wirkung in der Trainingsgruppe verglichen, und sie wurden danach auch trainiert. Das Training hatte folgende Bausteine:

Gute Laune, mehr Kontrolle

Nach neun Monaten waren die Trainierten besser gelaunt als die nicht Trainierten („Ich bin heiter und habe gute Laune.“). Außerdem nahmen die Krankenschwestern, die besonders emsig an ihrem Ziel arbeiteten, mehr Kontrolle im Job wahr („Es liegt in meinem Ermessen, wie ich meine Arbeit erledige.“). Schließlich zeigte sich, dass das Training vor allem bei jenen Krankenschwestern wirkte, die allgemein nur wenige Möglichkeiten sahen, ihre tägliche Arbeit selbst bestimmen zu können.

Stress vorbeugen

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Das Zieltraining führte also, strikt durchgeführt, zu mehr Wohlbefinden. Die Autoren: „Unsere Studie zeigt erstmals, dass ein auf Auswahl, Verbesserung und Ersatz beruhendes Training ein vielversprechender Ansatz sein könnte, um bei der Arbeit gesund zu bleiben und Stress vorzubeugen.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Andreas Müller (Düsseldorf University), Barbara Heiden, Britta Herbig, Franziska Poppe (Ludwig-Maximilians-University) & Peter Angerer (Düsseldorf University). (2016). Improving Well-Being at Work: A Randomized Controlled Intervention Based on Selection, Optimization, and Compensation [Abstract]. Journal of Occupational Health Psychology, 21 (2), 169-181.

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