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Strategie

Freudegefühle stärken Teams

9. Juni 2016

Freudegefühle machen Teams widerstandsfähiger. Diese Widerstandsfähigkeit führt wiederum zu besserer Teamleistung. Gute Gefühle wie Begeisterung, Zuversicht und Entspannung sind damit nachweislich Erfolgsfaktoren. Zu diesem Ergebnis kommen spanische Psychologinnen.

1.076 Mitarbeiter befragt

Alle Hefte im ÜberblickIsabella Meneghel von der Universität Jaume I im spanischen Castellón de la Plana und ihre Forscherkolleginnen haben 1.076 Mitarbeiter aus 216 Teams befragt, die in 40 Unternehmen arbeiteten. Im Journal of Happiness Studies finden sich die Ergebnisse. Die Beschäftigten sollten Auskunft zu fünf positiven Gefühlen geben, die häufig im Team erlebt wurden: Begeisterung, Zuversicht, Zufriedenheit, Wohlbefinden und Entspannung.

Außerdem sollten sie die Team-Widerstandsfähigkeit einschätzen, etwa mit dem Item: „In schwierigen Situationen versucht mein Team das Positive zu sehen.“ Der jeweilige Vorgesetzte bewertete schließlich die Teamleistung. Die Forscher analysierten alle Angaben innerhalb eines Pfadmodells, das auch gewisse Schlüsse zur ursächlichen Wirkung zuließ. Was kam heraus?

Starkmacher Freude

Freudegefühle machten stark. Teams, die insgesamt begeistert, zuversichtlich, zufrieden, entspannt waren und sich wohlfühlten, waren besonders widerstandsfähig. Der Zusammenhang zwischen Gefühlen und Team-Widerstandsfähigkeit war mit bis zu r = .59 so hoch, dass sich schlussfolgern ließ: Freudegefühle selbst waren ein entscheidender Starkmacher.

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Widerstandsfähigkeit war Leistungsfaktor. Die Team-Widerstandsfähigkeit war die Stellschraube für die Teamleistung. Die gesamte Wirkungskette lautete: zuversichtliche Gefühle machten stark, und mit dieser Stärke konnten die Angestellten auch unter Stress bessere Leistungen abrufen – sowohl die vom Vorgesetzten erwartete Arbeitsleistung als auch freiwilliges Engagement wie etwa andere Kollegen unterstützen.

Freudezentralen einrichten

Die Psychologinnen raten Personalabteilungen, zur „Freudezentrale“ zu werden, z.B. durch folgende Aktivitäten:

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Isabella Meneghel, Marisa Salanova & Isabel M. Martínez (WoNT Research Team, Departamento de Psicología Social, Facultad de Ciencias de la Salud, Universitat Jaume I, Castellón de la Plana, Spain). (2016). Feeling Good Makes Us Stronger: How Team Resilience Mediates the Effect of Positive Emotions on Team Performance [Abstract]. Journal of Happiness Studies, 17 (1), 239–255.

Im Themenschwerpunkt „Die Psyche des Chefs“ stehen neue Erkenntnisse zu Managercharakter, emotionaler Kompetenz, dunkler Triade der Persönlichkeit, Humor, Ärger und Selbstzweifeln.

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