Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Strategie

Anregende Führung macht Chefs glücklicher

7. März 2016

Manager, die begeisternd reden und Mitarbeiter zu kreativem Denken anregen, werden dadurch selbst glücklicher. Das zeigt eine neue Tagebuchstudie, die Forscher aus Florida durchführten. Führung hilft also, zumindest Chefs.

Gefühle von 97 Managern

Alle Hefte im ÜberblickKlar, Führung soll für Mitarbeiter gut sein. Aber wie reagieren Chefs selbst auf ihr Führungsverhalten? Dieser eher unterbelichteten Frage ist jetzt ein Team um Klodiana Lanaj von der Universität Florida nachgegangen. In der Februarausgabe des Journal of Applied Psychology schreiben sie darüber.

Sie führten zwei Studien mit insgesamt 97 Managern durch. In beiden füllten die Chefs täglich morgens und abends ein Internettagebuch zu ihrem Führungsverhalten und ihren Gefühlen aus, das Ganze 15 Werktage lang. In der zweiten Studie wurden zusätzlich Persönlichkeitseigenschaften der Chefs erhoben.

Im Mittelpunkt stand dabei die sogenannte anregende Führung („transformational leadership“), bei der Vorgesetzte sich an Regeln halten, ihren Mitarbeitern aufbauende Dinge sagen, sie zu schöpferischem Denken anregen und sie unterstützen, wenn sie Hilfe brauchen.

Hochgestimmt durch Visionen

Glücklicher durch anregende Führung. Chefs, die anregend führten („Ich spreche in meinem Team über verlockende Ziele oder Visionen.“), waren am Abend besser gelaunt („hochgestimmt“) und seltener niedergeschlagen („unglücklich“). Durch diese Art zu führen wurden grundlegende Bedürfnisse der Manager gestillt: Sie konnten tun, was sie wollten, lernten etwas dazu und fühlten sich mit anderen verbunden. Das machte Chefs, die anregend führten, glücklicher. Durch vier weitere Führungsstile – Anreize versprechen, sich um das Wohl der Mitarbeiter bemühen, Aufgaben verteilen und Mitarbeiter an Entscheidungen beteiligen – wurden die Manager ebenfalls fröhlicher, wenn auch nicht so stark wie durch die anregende Führung.

Sorgenvollen half es, Geselligen weniger. Die Persönlichkeit beeinflusste den Glückseffekt. Sorgenvollen („Ich bin schnell gestresst.“) half anregende Führung besonders. Sie konnten dadurch ihre negativen Gefühle überwinden. Geselligen („Ich bin eine Stimmungskanone.“) nutzte die aufbauende Führung weniger. Sie waren ohnehin meistens gut drauf und profitierten daher weniger von begeisternden Ansagen.

Führung hilft, zumindest Chefs

Geprüfte Fachinfos
in zwei neuen Ausgaben der Zeitschrift lesen –
mit 30% Preisvorteil.
Hier mehr erfahren.

Die Forscherinnen notieren: „In zwei Studien führten Verhaltensweisen anregender Führung dazu, dass positive Gefühle von Chefs zu- und negative Gefühle abnahmen. Wichtig ist, dass diese Wirkung stärker war als bei anderem Führungsverhalten.“ Für die Praxis empfehlen sie:

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Klodiana Lanaj (University of Florida), Russell E. Johnson & Stephanie M. Lee (Michigan State University). (2016). Benefits of Transformational Behaviors for Leaders: A Daily Investigation of Leader Behaviors and Need Fulfillment [Abstract]. Journal of Applied Psychology, 101, 237-251.

Wenn Manager gut gelaunt sind, führen sie besser. Sie begeistern dann mehr und machen Mitarbeiter kreativer.

Wer einen dienenden Chef hat, der das Wohl der Mitarbeiter über alles stellt, sieht drei seiner Grundbedürfnisse befriedigt.

Topmanager sollten vor allem zwei Eigenschaften haben: intelligent und psychisch belastbar sein.

Im Themenschwerpunkt „Umgang mit Umbrüchen“ geht es um Veränderungen, Wandlungskompetenz, Mitarbeiterführung, Willensstärke, Unternehmenskultur und Karrierewechsel.

Die Wirtschaftspsychologie aktuell im Schnupper-Abo testen.

Den monatlichen Newsletter der Zeitschrift bestellen.

Im Archiv ab 2001 blättern.