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Strategie

Mußevolle Arbeit ist nützlich

24. Februar 2016

Mußevolles Arbeiten, also ruhiges, heiteres Tun, ist nützlich. Es geht mit mehr Zufriedenheit und weniger Stress einher, wie Stefan Schmidt von der Universität Freiburg weiß. Kleine Freiräume fördern Muße. Zwei Grundregeln gibt’s dabei, nämlich sich nicht beeilen und Angebote ausschlagen.

Oh, Pflaumenmus

Alle Hefte im ÜberblickNein, Muße kommt nicht von Pflaumenmus, obwohl beide eine gewisse Grundsüße des Daseins vermitteln. Im Thema des Monats Februar der Fachzeitschrift Report Psychologie fragt Susanne Koch Stefan Schmidt vom Sonderforschungsbereich „Muße“ der Universität Freiburg danach, was Muße ist, was sie bringt und wann sie einsetzt. Hier einige seiner Antworten.

Sein und tun

Muße ist erfülltes Tun. Sie ist das „glückliche selbsterfüllte Sein“ (Aristoteles), „gegenwartsorientiert oder zeitausgedehnt“ (Definition des Forschungsbereichs) und „erfülltes Tun in Freiheit und Gelassenheit“ (Günter Figal). Vereinfacht ausgedrückt: Man macht etwas und setzt sich dabei nicht unter Druck. Das kann bedeuten, Kaffee zu trinken, seine Gedanken schweifen zu lassen oder ganz in Ruhe im Büro zu arbeiten.

Füße baumeln, Gedanken schweifen lassen. Zwei untrügliche Zeichen für Muße.
© Sergey Nivens – Fotolia.com

Füße baumeln, Gedanken schweifen lassen. Zwei untrügliche Zeichen für Muße.

Zufriedener mit Muße. Stefan Schmidt hat herausgefunden, dass 1) Muße häufiger in der Freizeit als bei der Arbeit erlebt wird, 2) damit einhergeht, dass man mit seinem Leben zufriedener ist und 3) weniger Stress erlebt. Obwohl es dem fröhlichen Dahinarbeiten nicht ganz gerecht wird, es nur nutzenbezogen zu betrachten, bringt es also was, zumindest für die Person selbst.

Wo Pflanzen wachsen

Muße fördern. Schade ist, dass man „Muße nicht einfach einschalten“ kann, wie Stefan Schmidt feststellt. In folgenden Situationen gelingt es eher müßigzugehen – wenn man sich in diese hineinbegibt, könnte man ihr also vielleicht doch etwas nachhelfen: 1) nach draußen gehen, wo Pflanzen wachsen, 2) dort wandern, wandeln, spazieren gehen und 3) sich Gemälde im Museum ansehen.

Ruhe fürs Nervenkostüm

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Minifreiräume schaffen. Da in den meisten Büros keine Vermeers hängen, kann man auch versuchen, „sich immer wieder kleine Freiräume zu schaffen“. Das erzeugt Muße bei der Arbeit. Mit diesen Freiräumen ist gemeint, dass man rausgeht, mal die Tür zumacht, sich einen Tee aufbrüht. Die erste Grundregel lautet dabei, sich bloß nicht zu beeilen, weil das innere Unruhe schafft, die unser gesamtes Nervenkostüm aufwühlt. Die zweite ist, „spannende Angebote abzulehnen“. Das ist wohl die schlauste Überlebenstechnik im Zeitalter der „Multioptionsgesellschaft“.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Susanne Koch (2016). 5 Fragen an…: Prof. Dr. Stefan Schmidt [PDF]. Report Psychologie, Thema des Monats Februar.

Für mehr Muße in der Freizeit ist es besser, Schwierigkeiten neu zu bewerten als Ansprüche herunterzuschrauben.

Je häufiger man Hobbys nachgeht und je abwechslungsreicher sie sind, desto zufriedener ist man mit seinem Leben.

Im Themenschwerpunkt „Umgang mit Umbrüchen“ geht es um Veränderungen, Wandlungskompetenz, Mitarbeiterführung, Willensstärke, Unternehmenskultur und Karrierewechsel.

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