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Strategie

Konflikte lösen

12. Februar 2016

Die Konfliktberaterin Ursula Wawrzinek nennt vier Schritte, die helfen, Konflikte am Arbeitsplatz zu lösen. Danach sollte man zunächst ein stilles Selbstgespräch führen, dann versuchen, den Konflikt zu verstehen, eine passende Strategie wählen und nicht die Rolle des Chefs übernehmen.

„Warum ist das so?“

Alle Hefte im ÜberblickKonflikte im Büro kennt jeder – ob es der Kollege ist, der Zeitung liest, während die anderen über zu viel Arbeit stöhnen, oder die junge Einsteigerin, die plötzlich den Führungsposten ergattert, auf den Altgediente zwei Jahre lang gewartet haben. Die Konfliktberaterin Ursula Wawrzinek erläutert im Interview mit Anne Otto von der Zeitschrift Psychologie Heute folgende vier Schritte, die für eine Konfliktlösung unentbehrlich sind:

Wahrnehmen und zu sich selbst sprechen. Auch wenn man sich maßlos ärgert, ist es im Büro nicht angezeigt, laut zu werden oder sich heftig zu streiten. Der erste Schritt sollte vielmehr sein, ruhig zu beobachten, was geschieht. Dann sollte man zu sich selbst sprechen. Zum Beispiel kann man sich nach dem Grund fragen: „Warum ist die Wut so stark?“ Oder man tröstet sich im stillen Selbstgespräch: „Okay, es tut weh, wenn der Kollege nicht ‚guten Morgen‘ sagt.“

Durchsetzen, einlenken, verhandeln

Versuchen, den Konflikt zu verstehen. Von einer oberflächlichen Haltung, dass man nur richtig kommunizieren müsse, um den Konflikt zu lösen, rät Ursula Wawrzinek ab. Vielmehr sollte man versuchen, den Konflikt zu verstehen. Dazu gehört: die eigenen Gefühle benennen und deren Ursache ausmachen, nicht länger anderen die Schuld zuweisen, die Sichtweise des Konfliktpartners einnehmen und herausarbeiten, was man eigentlich will.

Die passende Strategie wählen. Eine von folgenden vier Strategien sollte abhängig vom Konflikt ausgewählt werden: 1) freundlich seine Interessen vertreten, wenn es um die eigene Karriere geht oder wenn die eigene Arbeit blockiert wird, 2) beide Seiten äußern ihre Wünsche und man sucht einen Kompromiss, wenn man sich absprechen muss, den Urlaub planen will oder sich übers offene Fenster streitet, 3) sich bewusst dafür entscheiden einzulenken, wenn einen Lappalien oder schwierige Kollegen aufregen, 4) so lange verhandeln bis eine Lösung gefunden ist, wenn es um schwierige Gefühle geht oder wenn sich zwei Persönlichkeiten blockieren, die sich eigentlich ergänzen könnten.

Das gibt richtig Ärger

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Nicht die Rolle des Chefs übernehmen. Wenn einem etwas missfällt, z.B. die Kollegin im Netz surft, während sich die Aufgaben auftürmen, sollte man zunächst mit ihr reden. Wenn das nicht hilft, kann man ihr sagen, dass man ein Dreiergespräch mit dem Chef sucht. Wenn dieser danach keine Konsequenzen einfordert, warnt Wawrzinek: „Springt nicht in diese Lücke!“ Es gibt meistens erst richtig Ärger, wenn man diese Führungslücke selbst füllt und eigenmächtig maßregelt. Lieber sollte man nochmal mit dem Chef reden.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Anne Otto (2016). Richtig streiten! Ursula Wawrzinek im Interview [Abstract]. Psychologie Heute, Februar/2016, 70-74.

Im Themenschwerpunkt „Umgang mit Umbrüchen“ geht es um Veränderungen, Wandlungskompetenz, Mitarbeiterführung, Willensstärke, Unternehmenskultur und Karrierewechsel.

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