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Strategie

Geschlechter-Einkommenslücke verringern

22. Januar 2016

In einer zusammenfassenden Studie mit über 470.000 Angestellten kam heraus, dass Frauen bei gleicher Leistung deutlich weniger verdienten als Männer. Diese Geschlechter-Einkommenslücke zeigte sich vor allem in Berufen, die angesehen oder vielschichtig waren und in denen viele Männer arbeiteten. Um Frauen nicht zu benachteiligen, empfehlen die Forscherinnen, die Leistungsmessung zu überprüfen und Arbeitsplätze aufeinander zu beziehen.

Beruf und Branche

Alle Hefte im ÜberblickDie Geschlechter-Einkommenslücke ist gut dokumentiert. Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer. Doch woran liegt das? Unter anderem daran, wie Berufe und Branche beschaffen sind, meint ein Forscherteam um Aparna Joshi von der Pennsylvania State University.

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Sie haben eine Übersichtsstudie durchgeführt, die im Academy of Management Journal veröffentlicht wurde. Darin werteten sie 142 bereits veröffentlichte Studien zum Thema aus, die mit insgesamt 474.732 Beschäftigten zwischen 1985 und 2013 durchgeführt wurden. Die Forscherinnen nahmen an:

Frauen im Nachteil

Im Großen und Ganzen bestätigten sich diese Annahmen. Außerdem zeigte sich, dass Bewertung und Bezahlung auseinanderklafften. Im Einzelnen:

Gleiche Leistung, geringeres Einkommen. Frauen wurden hinsichtlich ihrer Arbeitsleistung von ihren Chefs etwas schlechter eingeschätzt als Männer, aber dieser kleine Unterschied fiel statistisch nicht ins Gewicht. Praktisch waren Frauen im Job genauso gut wie Männer. Jedoch verdienten sie deutlich weniger. Ihr Einkommensnachteil war vierzehnmal so groß wie der kleine Leistungsunterschied. Außerdem zeigte sich rechnerisch, dass der minimale Leistungsunterschied die geringeren Einkommen von Frauen nicht erklären konnte.

Benachteiligung in männerbestimmten, prestigeträchtigen und komplexen Berufen. In Berufen, in denen viele Männer arbeiteten, wurden Frauen schlechter bewertet und verdienten weniger. Ebenso in komplexen Berufen, z.B. bei Wissenschaftlern oder Ingenieurinnen. Auch hier wurde die Leistung von Frauen schlechter bewertet, und sie hatten ein geringeres Einkommen als Männer. In prestigeträchtigen Berufen, z.B. unter Führungskräften, gab es keine Geschlechtsunterschiede bei der Bewertung der Leistung, aber Frauen verdienten auch hier weniger als Männer.

Mehr Geld unter Chefin

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Keine Benachteiligung in Branchen mit Chefinnen. In Branchen, in denen viele Frauen im Management arbeiteten, z.B. im Gesundheitswesen, wurden Frauen besser bewertet und bezahlt als Männer. In Branchen mit vielen Männern in Führungspositionen, z.B. in der Energieversorgung und Fertigung, hatten Frauen das Nachsehen, was attestierte Leistung und Einkommen betraf.

Leistung gerechter bewerten

Ausgehend von diesen Ergebnissen empfehlen die Forscherinnen folgende Maßnahmen, um Einkommenslücken zwischen Frauen und Männern zu verringern:

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Aparna Joshi (Pennsylvania State University), Jooyeon Son (University of Illinois, Urbana-Champaign) & Hyuntak Roh (Yonsei University). (2015). When Can Women Close the Gap? A Meta-analytic Test of Sex Differences in Performance and Rewards [Abstract]. Academy of Management Journal, 58 (5), 1516-1545.

Auch Mitarbeiterinnen verdienen unter einer Chefin mitunter weniger als männliche Kollegen.

Paare vermeiden es, dass die Frau mehr verdient als der Mann. Wenn sie Hauptverdienerin ist, gibt es mehr Streit und Scheidungen.

Im Themenschwerpunkt „Umgang mit Umbrüchen“ geht es um Veränderungen, Wandlungskompetenz, Mitarbeiterführung, Willensstärke, Unternehmenskultur und Karrierewechsel.

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