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Strategie

Dankbarkeitstraining macht stressresistent

9. April 2015

Klinikangestellte werden durch ein einfaches Dankbarkeitstraining zuversichtlicher und stressresistenter. Das zeigt eine neue Studie Hongkonger Psychologen. Nachdem Ärzte und Krankenschwestern einen Monat lang zweimal pro Woche aufschrieben, wofür sie dankbar waren, verbesserten sich ihre depressiven Symptome und ihr Stresserleben deutlich.

Dankbarkeits- und Ärgertraining im Vergleich

Alle Hefte im ÜberblickSheung-Tak Cheng ist Psychologieprofessor am Hong Kong Institute of Education. Im Journal of Consulting and Clinical Psychology hat sein Team gerade die Ergebnisse eines Dankbarkeitstrainings von Krankenhausmitarbeitern veröffentlicht.

102 Ärzte, Krankenschwestern, Krankengymnasten und Ergotherapeuten, die in fünf öffentlichen Krankenhäusern Hongkongs arbeiteten, nahmen daran teil. Sie wurden zufällig und doppelblind – ohne dass Teilnehmer oder Studienleiter die Zuordnung kannten - einem der folgenden Trainings zugewiesen:

Alle Krankenhausmitarbeiter füllten vor dem Training, unmittelbar danach und drei Monate nach Trainingsende einen Fragebogen zu depressiven Symptomen und Stresserleben aus.

Fröhlicher und weniger gestresster durch Dankbarkeit

Weniger depressive Symptome durch Dankbarkeit. Ärger- und Nulltraining hatten keine Auswirkungen auf depressive Symptome. Das Dankbarkeitstraining verbesserte jedoch zuverlässig die traurige, gedrückte Stimmungslage der Klinikangestellten. Drei Monate nach den Dankbarkeits-Notizen hellte sich ihre Stimmung nochmals auf. Die häufigsten fünf Situationen, für die sie dankbar waren, betrafen Kollegen und Arbeitslast (S. 182):

Weniger wahrgenommener Stress durch Dankbarkeit. Durch Ärger- oder Nulltraining veränderte sich das Stresserleben nicht. Das Dankbarkeitstraining zeigte aber auch hier deutliche Verbesserungen. Direkt nach dem vierwöchigen Training und drei Monate danach nahmen die, die ihren Dank aufschrieben, weniger Stress wahr und konnten damit besser umgehen: „Ich kann die Dinge, die ich tun muss, besser bewältigen.“

Dankbarkeitstagebuch: einfach, aber wirksam

Nach einer einfachen Anweisung – „Schreiben Sie zweimal pro Woche nach Feierabend auf, wofür Sie dankbar sind.“ – wurden die Klinikangestellten also zuversichtlicher und stressresistenter.

Die Psychologen sprechen von einer „neuen Dimension“, um mit diesem kurzfristig geführten Dankbarkeitstagebuch Ärzte und Krankenschwestern nachhaltig zu unterstützen (S. 185):

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„Verglichen mit dem Nulltraining, berichteten Klinikangestellte weniger Stress und depressive Symptome, nachdem sie einen Monat lang zweimal pro Woche ein Dankbarkeitstagebuch führten. Diese Effekte hielten mindestens drei Monate an. Ohne die Arbeitsumgebung und andere Faktoren vernachlässigen zu wollen, zeigen diese Ergebnisse doch eine neue, psychologische Dimension auf, um Stress von Krankenhausmitarbeitern einzudämmen und ihr Wohlbefinden zu steigern.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Sheung-Tak Cheng (Hong Kong Institute of Education and University of East Anglia), Pui Ki Tsui & John H. M. Lam (Hong Kong Institute of Education). (2015). Improving Mental Health in Health Care Practitioners: Randomized Controlled Trial of a Gratitude Intervention [Abstract]. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 83 (1), 177-186.

Dankbarkeit ist eine gesicherte Selbsthilfemethode, um glücklicher zu werden und sich wohlzufühlen.

Wer freiwillig an einem Dankbarkeitstraining teilnahm, fühlte sich danach besser. Dabei sollte man an eine Person, der man zu besonderem Dank verpflichtet war, einen Brief schreiben.

Materialisten leiden häufiger unter Kaufsucht, kritisieren sich selbst, rauchen und trinken, sind seltener fröhlich und fühlen sich insgesamt nicht gut.

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