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Strategie

Innere Haltung beim Selbstcoaching

17. April 2014

Elisabeth Wrubel hat in einem neuen Leitfaden einige Prinzipien zur inneren Haltung zusammengetragen, die beim Selbstcoaching wichtig sind. Dazu zählt, dass man: 1) Stille aushält, 2) spielerisch mit den Gegebenheiten umgeht, 3) bewusst formuliert, 4) die Ist-Situation erschöpfend analysiert und 5) zukünftige Handlungen gedanklich vorwegnimmt.

Prinzipien fürs Selbstgespräch

Elisabeth Wrubel ist Coach und Supervisorin. Sie hat das Visualisierungswerkzeug „Coaching Disc“ entwickelt. Das ist eine Metallplatte, auf der sich Dinge, die einen beschäftigen – Personen, Themen, Gefühle, Gedanken, Handlungen oder Gegenstände –, mit Hilfe von Magnetsteinen veranschaulichen lassen.

Gerade hat sie dazu den Leitfaden „Perspektivenwechsel“ veröffentlicht, der aufzeigt, wie sich die Disc im Arbeitsalltag und beim Selbstcoaching einsetzen lässt. Darin nennt sie fünf Prinzipien der inneren Haltung, auf die man achten sollte, wenn man ins innere Zwiegespräch tritt und sich selbst coachen will.

1. Stille aushalten

Störungsquellen ausschalten, ganz bei sich sein und die Stille aushalten – das sind drei grundlegende Bedingungen für konzentriertes Arbeiten. Zum Ankommen bei sich selbst schlägt Elisabeth Wrubel achtsames Atmen vor, bei dem man sich einige Minuten lang nur darauf konzentriert, wie man ein- und ausatmet.

Stille lässt sich besser aushalten, indem man sich klar macht, dass gar keine Totenstille eintritt, wenn man die Tür hinter sich schließt. Vielmehr bleiben Hintergrundgeräusche, die beruhigen: Vogelzwitschern, Wind oder das ferne Summen der Stadt. „Stilles“ Arbeiten wird damit müheloser.

2. Spielerisch umgehen

Mit den Gegebenheiten spielerisch umzugehen, bedeutet: „Loslassen von allen Zwängen und bereits vorgefassten Meinungen“ (S. 30). Gedanken lassen sich verschieben, assoziieren, abwandeln. Man kann sich schwer Vorstellbares vorstellen oder die Sichtweise ändern. Damit können verfestigte Denkmuster aufbrechen.

3. Bewusst formulieren

Elisabeth Wrubel rät, schon die einleitende Frage präzise und positiv (statt vage und negativ) zu formulieren, wenn man ein Problem hat. Sich selbst also nicht fragen: „Wie kann ich den rückläufigen Umsatz bremsen?“, sondern: „Welche Kontakte kann ich nutzen, um mit den Kunden X, Y, Z Abschlüsse herbeizuführen, die den Umsatz um 3 Prozent steigern?“ Bewusstes Formulieren fängt also schon bei der Anfangsfrage an, mit der man ins Selbstcoaching geht.

4. Sich fragen: „Was noch?“

Grundlage eines guten Selbstcoachings ist, dass die belastende Ist-Situation möglichst erschöpfend beschrieben wird. Katalysator dafür, dass viele Elemente benannt und beispielsweise schriftlich festgehalten werden, ist die Frage: „Was noch?“

Oder ihre Abwandlungen: „Gibt es noch etwas? Was spielt noch eine Rolle?“ Erst wenn einem nichts mehr einfällt man das Gefühl hat, den Kopf „geleert“ zu haben, kann man von der Ist-Analyse zur Problembearbeitung übergehen.

5. Handlungen vorwegnehmen

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Beim Probehandeln stellt man sich zukünftiges Verhalten vor, geht es gedanklich durch, sagt oder tut probehalber das, was ansteht. Kern des Probehandelns ist, dass man sich schwierige Situationen vorstellt, seine angstauslösenden Gedanken mehr und mehr erträgt (systematische Desensibilisierung) und dadurch die Angst verliert.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2014. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Elisabeth Wrubel (2014). Perspektivenwechsel: Coaching·Disc im Business und im Selbstcoaching. Berlin: Deutscher Psychologen Verlag.

Ein Forscherteam um Professor Carsten Schermuly stellte in einer neuen empirischen Untersuchung fest, dass jedes Coaching durchschnittlich zwei negative Folgen hat.

In der Ausgabe „Leadership und Persönlichkeit“ zeigt Louis Lewitan, welche Typen coachingresistenter Manager es gibt und wie man mit ihnen im Coaching umgeht.

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