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Strategie

Zufriedener werden

21. Januar 2014

Man kann zufriedener werden, indem man sich von der Logik der immerwährenden Zielerreichung lossagt. Die Schritte heißen dann: 1) unerquickliche Ziele loslassen, 2) versuchen, nicht immer zu bewerten, und 3) sich mit anderen verbinden, so ein neuer Übersichtsbeitrag zur Zufriedenheit.

Freude, Glück, Zufriedenheit

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Susie Reinhardt schreibt in der Januarausgabe der Zeitschrift Psychologie Heute über Zufriedenheit und wie man sie erreichen kann. Diese unterscheidet sie von Freude und Glück. Alle drei sind Emotionen. Freude ist ein kurzfristiges Gefühl infolge angenehmer Ereignisse. Glück ist ein Gefühl des Wohlbefindens, das länger anhält als Freude. Zufriedenheit ist ein langfristiges Gefühl, das mit Gedanken an Ausgeglichenheit und mit einem positiven Resümee des eigenen Lebens einhergeht.

Zufrieden durch Vergleichen

Zur Frage, wie man zufrieden wird, zieht Susie Reinhardt ein Modell vom Psychologen Jochen Brandstädter heran. Danach ist Zufriedenheit das Ergebnis eines Vergleichs zwischen Soll- und Ist-Zustand. Fällt er über Soll aus, ist man zufrieden. Damit lässt sich die Zufriedenheit steigern, indem 1) Ziele erreicht werden (Ist-Zustand anheben) oder 2) das Anspruchsniveau gesenkt wird (Soll-Wert verringern). Da westliche Kulturen geradezu darauf programmiert sind, den ersten Weg der Zielerreichung zu beschreiten, konzentriert sich Reinhardt auf den zweiten Weg der eigenen Haltung. Um diesen zu gehen, kommt es darauf an, loszulassen, nicht alles gleich zu bewerten und andere Menschen im Blick zu haben.

Schritte zur Zufriedenheit

Alle Hefte im ÜberblickLoslassen üben. Hierfür muss man zunächst erkennen, welche Ziele erreichbar (und glücksstiftend) sind und welche nicht. Von letzteren soll man sich trennen. Personen mit gedrückter Stimmung klammern sich mehr an unerreichbare Ziele als Ausgeglichene. Diese Verfassung mag als Hinweis dienen, wann man sich zu sehr übergroßen Wünschen verschreibt. Es gilt dann, erst einmal nichts zu tun, langsam vom Ziel Abstand zu nehmen und sich vielleicht einen neuen Weg zu erarbeiten. Dieses Loslassen macht die „Kunst der Gelassenheit“ aus, wie Susie Reinhardt schreibt (S. 24).

Nicht bewerten. Unentwegt Ereignisse, Menschen, Dinge oder Gedanken zu beurteilen, schränkt den Blickwinkel ein und macht unzufrieden. Besser ist es, ohne Urteil zu sehen, nur zu sehen. Mit dieser Präsenz, wie sie zum Beispiel östliche Meditationstechniken lehren, erkennt man, dass Gedanken nur Gedanken sind und nicht unbedingt zum Tun veranlassen müssen. Die Einstellung, die damit verstärkt wird, ist, „dass alles, was im Leben geschieht, im Prinzip richtig ist“ (S. 26). Damit wird man milde und souverän. Das, was passiert, greift einen im Kern nicht mehr an, ob es nun Ereignisse sind oder einschießende Gedanken.

Andere im Blick haben. Zufriedenheit ist ein persönliches Ziel. Der Weg dorthin ist aber fast immer einer, an dem andere Menschen beteiligt sind, sei es dadurch, dass wir mit ihnen reden, sie uns unterstützen, wir uns mit ihnen freuen. Susie Reinhardt mahnt daher (S. 26): „Wer sich materiellen Zielen verschreibt, wird eher nicht glücklich, lohnender sind altruistische Ziele und solche, die auf Gemeinschaft ausgerichtet sind, so die Ergebnisse einer großen repräsentativen Studie in Deutschland.“ So schwer es ichbezogenen Wohlstandsbürgern fällt, so wichtig ist es, sich immer wieder zu fragen, wie es dem anderen gerade geht. Dieses Mitgefühl ist der Baustein dafür, dass Gemeinschaft erlebt werden kann und man sich in den Dienst aller stellt. Damit können sich Menschen von ihrer selbstbezogenen Sicht und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten lösen. Sie werden gelassener und zufriedener.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2014. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Susie Reinhardt (2014). Zufriedenheit: Das wahre Glück [Abstract]. Psychologie Heute, 1/2014, 20-27.

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