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Strategie

Beziehungen in verteilten Teams pflegen

25. Januar 2013

In einer neuen Studie wurde untersucht, wie weltweit verteilte Teams zusammenarbeiten. Es zeigte sich, dass sie besonders dann kreativ waren, wenn die Beziehung zwischen Teamleiter und Mitarbeitern stimmte und wenn man sich häufig austauschte. Die Forscher legen Teamleitern daher ein Training zur Beziehungspflege nahe.

40 weltweit arbeitende Teams befragt

Ravi Gajendran ist Assistenzprofessor für Unternehmensführung an der Universität von Illinois. Zusammen mit Aparna Joshi hat er sich angesehen, wie sich Mitarbeiter weltweit verstreuter Teams austauschen und welche Auswirkungen das auf ihre Kreativität hat. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung wurden im Journal of Applied Psychology abgedruckt.

Die Forscher befragten 167 Mitarbeiter eines IT-Konzerns, die in 40 Teams arbeiteten. Sie lösten dringliche Probleme, die Kunden mit ihrer Hard- oder Software hatten. Die Teams waren über die ganze Welt verteilt, in den USA, Europa, Japan, Korea und Australien. Zu folgenden Punkten wurden die Mitarbeiter befragt:

Ergebnis: Beziehung und Austausch waren wichtig

Vor allem zwei Dinge spielten eine Rolle: die Beziehung zwischen Mitarbeiter und Chef und der Austausch zwischen ihnen. Wenn beides gut war, brachten sich die Mitarbeiter mehr ins Team ein und das Team wurde kreativer. Im Einzelnen:

Die Mitarbeiter-Chef-Beziehung stärkte den Austausch. War die Beziehung zum Chef gut, konnten sich auch die Mitarbeiter, die in einem anderen Land saßen, einbringen und die Entscheidungen im Team beeinflussen.

Wenn sich Mitarbeiter und Chef häufig austauschten, kam die gute Beziehung zum Tragen. Die gute Beziehung konnten die Mitarbeiter besonders dann nutzen, wenn sie häufig mit ihrem Chef mailten oder telefonierten. Dann wurde ihre Stimme im Team gehört. Sie hatten Einfluss auf das, was in der Gruppe beschlossen wurde.

Mitarbeiterbeteiligung machte Teams kreativer. Wenn die Mitarbeiter sich einbringen und ihre Kollegen beeinflussen konnten, wurde das Team kreativer. Es löste die Hard- und Softwareprobleme der Kunden auf unkonventionelle Art.

An einem Beziehungstraining teilnehmen

Das A und O in verteilten Teams ist also, dass der Teamleiter die Beziehungen zu seinen Mitarbeitern pflegt. Die Forscher legen ihnen daher ein Beziehungstraining nahe. Dabei sollten die Chefs Folgendes lernen:

Klingt einfach? Ist es aber nicht. Teams scheitern immer wieder daran, dass diese simplen zwischenmenschlichen Regeln außer Acht gelassen werden.

Leichter wird die Zusammenarbeit auch, wenn man auf Mitarbeiter zurückgreifen kann, die schon Erfahrungen in internationalen Teams haben.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2013. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Ravi S. Gajendran & Aparna Joshi (University of Illinois at Urbana-Champaign). (2012). Innovation in Globally Distributed Teams: The Role of LMX, Communication Frequency, and Member Influence on Team Decisions [Abstract]. Journal of Applied Psychology, 97 (6), 1252–1261.

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