Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
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Strategie: Training zur Emotionsregulierung

13. Juli 2012

Die Arbeitspsychologen Prof. Dr. Andrea Fischbach und Philipp Lichtenthaler von der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster haben Grundlagen für ein Training zur Emotionsregulierung entwickelt. Sie berichten darüber im neuen Themenschwerpunkt „Strategien gegen Burnout“ der Wirtschaftspsychologie aktuell.

Emotionale Dissonanz: Auseinanderklaffen der Gefühle

Situationen, in denen man negative Gefühle wie Ärger oder Wut erlebt, sind für Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen schwierig. Man erlebt diese Gefühle zwar intensiv, darf sie aber nicht zeigen, um andere wiederum nicht vor den Kopf zu stoßen. Die Psychologen sprechen bei diesem Auseinanderklaffen erlebter und erwünschter Gefühle von emotionaler Dissonanz.

Ein Beispiel für eine Dissonanz auslösende Situation: Der Chef gibt seiner Sekretärin einen Arbeitsauftrag. Diese seufzt, rollt mit den Augen, wirkt genervt. Der Chef ärgert sich darüber, will seine Sekretärin jedoch gleichzeitig zur Arbeit motivieren. Soll er jetzt einfach seinen Ärger runterschlucken oder gar seine Mitarbeiterin ermahnen?

Kompetenz zur Emotionsregulierung: passende Gedanken kultivieren

Andrea Fischbach und Philipp Lichtenthaler zeigen in ihrem Beitrag, dass in diesen unklaren Situationen Kompetenz zur Emotionsregulierung notwendig ist. Kern dieser Kompetenz ist, dass man nicht versucht, seine Gefühle zu unterdrücken (Reaktionsfokus), sondern dass man die Ursachen dieser Gefühle ändert (Ursachenfokus).

Eine Ursache sind bewertende Gedanken. Wenn man es schafft, eine geeignete Bewertung zu finden, hat man auch seine Gefühle im Griff. Eine passende Bewertung für das geschilderte Beispiel mit der genervten Mitarbeiterin wäre: „Offenbar kommt ihr der Auftrag ungelegen. Warum? Ich frage sie.“ (Gefühl: Hoffnung). Eine ungeeignete Bewertung wäre: „Immer verweigert sie ihre Arbeit.“ (Gefühl: Ärger). Mit dem adäquaten Gedanken geht der Chef also auf sie zu, fragt und motiviert sie.

Bausteine des Trainings

Im Training zur Emotionsregulierung, das die Arbeitspsychologen für Führungskräfte vorschlagen, werden solche Gedanken trainiert. Damit lassen sich ungute Gefühle in den Griff kriegen und langfristig Erschöpfungszustände vermeiden. Das Training umfasst folgende Bausteine:

Weitere Informationen zu den Grundlagen des Trainings und zu weiteren Maßnahmen, um damit langfristig Burnout vorzubeugen, finden sich in der Ausgabe „Strategien gegen Burnout“.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Zur Ausgabe „Strategien gegen Burnout“

Lernen von Friedemann W. Nerdinger: Emotionsarbeit

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