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Strategie: Glücklicher arbeiten

16. April 2012

Der neue Schwerpunkt „Glücklich im Job“ des Harvard Business Manager versammelt fünf Beiträge von Glücksforschern. Sie ergründen darin, was Glück eigentlich bedeutet und wie man glücklicher arbeitet.

Glück hat verschiedene Facetten. Es kann einen momentanen Gefühlszustand bedeuten: glücklich sein oder Freude. Es kann überdauernder Natur sein: Lebenszufriedenheit. Und es kann auf eine positive Entwicklung des Selbst hindeuten: man erblüht innerlich oder entfaltet sich.

Wenn man glücklicher arbeiten will, ist zunächst die erste Facette gemeint, die die anderen beiden mittelbar bedingt. Studien haben gezeigt, dass glückliche Menschen häufig kreativer und produktiver sind. Glücklich bei der Arbeit zu sein beschert also nicht nur dem Mitarbeiter angenehme Gefühle, sondern nutzt auch dem Unternehmen.

Aus den Beiträgen im Harvard Business Manager lassen sich folgende fünf Strategien destillieren, die mehr Heiterkeit bei der Arbeit versprechen und auch die Produktivität verbessern dürften.

1. Dankbarkeit ausdrücken

Erfreulichen Dingen wird oft nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Der Aufmerksamkeitsfokus liegt auf Problemen und Fehlern. Man sollte daher ein- bis zweimal wöchentlich ein kleines Dankbarkeitsritual pflegen. Dabei werden drei bis fünf Dinge auf einen Zettel oder in ein Tagebuch geschrieben, die besonders schön waren.

Ob Begegnungen mit Menschen, Gaumenfreuden oder der Wind im Park – tiefgehende positive Erfahrungen müssen keine großen Ereignisse sein. Wichtig ist, dass man seinen Dank dafür notiert: „Ich bin dankbar dafür.“ oder einfach: „Danke!“. Noch besser ist es, wenn man hin und wieder eine kleine Dankesbotschaft per Postkarte oder E-Mail verschickt.

2. Gute Nachrichten teilen

Über den Flurfunk werden häufig schlechte Neuigkeiten verbreitet: Wer mal wieder etwas Unvorteilhaftes gesagt oder getan hat. Gute Nachrichten sind jedoch besser für den Small Talk. Denn dadurch wird vermieden, dass das weitergegebene Gerücht einen selbst unangenehm berührt.

Wenn man es schafft, bewusst gute Nachrichten zu verbreiten – gute Teamergebnisse, private Erlebnisse, positives Tagesgeschehen –, wird man positive Resonanz ernten und sich glücklicher fühlen. Das heißt nicht, dass Fehler oder Misserfolge unter den Teppich gekehrt werden sollen. Mit der Regel, zuerst und vor allem gute Nachrichten zu teilen, kann aber ein angenehmer Rahmen für negative Bemerkungen geschaffen werden.

3. Anderen helfen

Daniel Gilbert, Psychologie-Professor an der Harvard University, sagt im Interview (S. 39): „Sie können kaum etwas egoistischeres tun, als anderen Menschen zu helfen.“ Der „soziale Faktor“ ist die wichtigste Grundlage, wenn es um Glückssteigerung geht. Beim Helfen wird er sozusagen in Reinform aktiviert.

Natürlich profitiert man auch von sozialer Unterstützung und Hilfe anderer. Aber noch besser fühlt man sich, wenn man selbst derjenige ist, der hilft. Das müssen keine karitativen Einsätze sein. Dem Kollegen in Stoßzeiten unter die Arme greifen oder der Chefin Hilfe bei Routinearbeiten anbieten, können erste Schritte sein.

4. Sich körperlich betätigen

Matthew Killingsworth, Doktorand an der Harvard University, fand in einer Befragung von 15.000 Teilnehmern via iPhone-App heraus, dass körperliche Aktivität einer der Faktoren war, der am stärksten mit guter Stimmung verbunden war.

Sport, Spazierengehen, Tätigkeiten mit körperlicher Beanspruchung, all das bringt nicht nur den Kreislauf in Schwung, sondern auch das Glücksgefühl. Es ist also etwas dran, wenn uns Gesundheitsgurus immer wieder daran erinnern: Verlasse so häufig wie möglich deinen Bürostuhl und bewege dich.

5. Den Geist kultivieren

Matthew Killingsworth fand auch heraus, dass gedankliches Abschweifen – sei es zu positiven oder negativen Themen hin – die Stimmung drückt. Besser ist es, sich auf das zu konzentrieren, was man gerade tut. Leichter gesagt als getan in einer Gesellschaft, deren Credo die Zerstreuung ist.

Hier hilft zum Beispiel Meditation. Wenn man sich auf seinen Atem konzentriert, lernt man, Gedanken vorbeiziehen zu lassen und ganz bei der Sache zu sein. Durch solche Konzentrationsübungen kultiviert man den Geist. Es fällt ihm so leichter, sich von negativen Gedanken zu lösen und im Moment zu verweilen.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Harvard Business Manager "Glücklich im Job", 4/2012

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