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Strategien: Wissen bringt‘s

20. Juni 2011

Eine Forschergruppe um Russell Crook hat eine neue Metaanalyse zum Einfluss des Wissenspotenzials auf den Unternehmenserfolg vorgelegt. Herauskam, dass Unternehmen mit den klügsten Köpfen, mit dem besten Fachwissen und mit den umfassendsten Weiterbildungsmaßnahmen am erfolgreichsten waren.

Wissen und Humankapital

Das Wissensniveau der Beschäftigten eines Unternehmens wird gern als Humankapital bezeichnet. Dieses umfasst das Wissen, die Fähigkeiten und die Fertigkeiten aller Mitarbeiter. Und es kann durch Personalbeschaffung, Training oder Arbeitserfahrung vermehrt werden.

Anhänger der ressourcenbezogenen Unternehmenstheorie behaupten: Damit Wissen ein Unternehmen an die Spitze der Branche katapultieren kann, muss es – oder müssen vielmehr die Mitarbeiter, die darüber verfügen, – vergleichsweise rar und ans Unternehmen gebunden sein.

66 Studien zum Wissensvorsprung

Russell Crook von der University of Tennessee und seine Kollegen haben jetzt erstmals die seit 1990 erschienen Studien zum Humankapital zusammengefasst und den durchschnittlichen Erfolg berechnet, den der Wissensvorsprung einem Unternehmen bringen kann. Diese Metaanalyse veröffentlichten sie in der aktuellen Ausgabe des Journal of Applied Psychology.

Insgesamt flossen 66 Studien in die zusammenfassende Betrachtung ein. Diese unterschieden sich hinsichtlich folgender Punkte:

Durchschlagende Wirkung

Insgesamt zeigte sich der durchschlagende Erfolg des Wissenspotenzials. Je besser das Wissen der Mitarbeiter war, desto erfolgreicher war das Unternehmen (durchschnittliche Effektstärke
r = .21).

Ein praktisches Beispiel für diese Zahl: Würde man die Führungserfahrung aller Mitarbeiter eines Lebensmittelproduzenten von 35 auf 59 Jahre erhöhen (z.B. durch Neueinstellungen und Intensivtrainings), könnte das Gesamtkapital des Unternehmens um insgesamt 80 Prozent effizienter eingesetzt werden.

Firmenspezifisches Wissen, das Fachleute mitbrachten, steigerte diesen Effekt noch einmal um 70 Prozent. Ebenso verbesserten sich die Ergebnisse, wenn operative statt allgemeine Erfolgsmaße zugrunde gelegt wurden.

Am erfolgreichsten waren Unternehmen, die nicht nur ihren Managern oder ausgewählten Kollegenkreisen Trainings angedeihen ließen, sondern alle Mitarbeiter bei Weiterbildungsmaßnahmen einbezogen.

Handlungsmaximen

Folgende Handlungsmaximen fürs Management können abgeleitet werden:

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

T. Russell Crook [University of Tennessee, Knoxville], Samuel Y. Todd [Georgia Southern University], James G. Combs [University of Alabama, Tuscaloosa], David J. Woehr [University of North Carolina–Charlotte] & David J. Ketchen, Jr. [Auburn University]. (2011). Does Human Capital Matter? A Meta-Analysis of the Relationship Between Human Capital and Firm Performance (Abstract). Journal of Applied Psychology, Vol. 96, No. 3, 443–456.

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