Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
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Strategie: Zeit für Gefühle im Büro

28. April 2011

Gefühle geben Energie. Gefühle sind unsere romantischsten Begleiter. Gefühle findet man sogar im Büro. Und das nicht zu wenig. Wenn man sich auf den Karriereseiten umschaut, hat man den Eindruck, dass wir nicht mehr im Zeitalter der Vernunft leben, sondern in einer Ära der Emotionen. Was richten diese bittersüßen Ausnahmezustände des limbischen Systems an? Hier ein kleiner Medienüberblick und was man gegen die eine oder andere Emotion tun kann.

Aggression

Maria Holzmüller hat für Süddeutsche online den Aggressionsautor Jens Weidner („Die Peperoni-Strategie“) gefragt, wie man seine feindseligen Gefühle im Arbeitsalltag nutzen kann. Sein Ratschlag: sich Ziele setzen, bereit sein, sie durchzusetzen, in brenzligen Situation mit Hauptsätzen kontern („Ich erwarte, dass wir zielstrebiger vorangehen.“), Ablehnung einkalkulieren, sich Partner suchen, die einen unterstützen. Die Überschrift „Lass es raus, Kollege!“ geht allerdings in die Irre. Denn, wie der Autor sagt: „Das Beherrschen von Aggressionen ist wichtig.“

Freude

Freude, herzhaft lachen? Das soll mit dem Büchlein „Das Bürobuch“ von Timo Lokaschat möglich sein, meint Zeit-online-Redakteurin Tina Groll. Der Autor gliedert seine Scherze – Chef im Fahrstuhl veräppeln, Bullshit-Bingo im Meeting spielen, Treppenputzplan erstellen – nach Räumlichkeiten: Flur, Großraumbüro, Konferenzraum. Das Resümee: „Auf jeden Fall rückt es das in den Mittelpunkt, was im Arbeitsalltag oft außer Blick gerät: Humor.“

Langeweile

Die kleine Schwester des Burnout ist Boreout – Langeweile. Sie kann nach Rüdiger Klepsch auf Spiegel online aufkommen, wenn man wenig oder Anspruchsloses zu tun hat. Quantitative und qualitative Unterforderung hat Folgen: die Arbeit macht keinen Spaß, man versucht sich abzulenken durch Internetsurfen oder Tratschen, man engagiert sich nicht mehr. Das Problem sollte jeder Arbeitnehmer selbst angehen, indem er versucht, andere Aufgaben zu übernehmen oder nebenher eine Umschulung zu machen.

Neid

Der Beitrag „Das Leid vom Neid“ von Ursula Kals aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geht der Missgunst auf den Grund. Die Wirtschaftspsychologin Thordis Bethlehem sagt, dass in 60 Prozent aller Mobbingfälle Neid dahinterstecke. Die Psychologin Felicitas von Elverfeldt nennt drei grundsätzliche Reaktionen auf Neid: Frustration, Ehrgeiz, Empörung. Beim Umgang mit Neid rät die Autorin, ehrlich zu sein und die eigenen Stärken und Schwächen klar zu sehen und in die Waagschale des sozialen Vergleichs zu legen.

Zufriedenheit

Laut einer Stern-Umfrage sind 89 Prozent der Arbeitnehmer „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit ihrem Arbeitsplatz. 82 Prozent sind mit ihrem Arbeitgeber zufrieden. Die Zufriedenheit hat demnach letztes Jahr zugenommen. Allerdings wurde in der Umfrage anscheinend nach „Arbeitsplatz“ und nicht nach der konkreten Arbeit gefragt. Fraglich bleibt damit, wie zufrieden die Arbeitnehmer wirklich mit ihrer tagtäglichen Arbeit sind.

Zynismus

Zynismus zeigt sich an den kleinen, abfälligen Bemerkungen, die vom Betroffenen zu jeder Sache beigesteuert werden. Peter Wagner von der Zeit schildert den Fall von Marita, die über ihren Zynismus in einen Burnout hineinschlitterte. Helen Heinemann, die interviewte Psychologin, sagt dazu, dass man mit abfälligen, ironischen oder spitzen Bemerkungen irgendwann den Bezug zu seinen Gefühlen verliere. Dann merke man irgendwann nicht mehr, wenn man überlastet ist.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

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Commitment und Wohlbefinden

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