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Strategie: Seinen Karrierevorsätzen treu bleiben

27. Januar 2011

Haufe Personal hat eine kleine Serie zu Karrierevorsätzen gestartet. Darin verweist Peter Wald, Professor für Personalmanagement, auf Wenn-dann-Pläne. Sie sind nützlich, weil damit jede Situation zum Treiber werden kann, die eigenen Vorsätze in die Tat umzusetzen.

Berufliche Ziele

Karrierevorsätze sind Ziele oder Absichten, beruflich etwas zu erreichen. Sie können mehr oder weniger konkret formuliert sein und von vornherein einen Zeithorizont einschließen.

Mögliche Inhalte sind: beruflicher Aufstieg, weniger Stress im Job, eine neue Weiterbildung, Freizeit und Beruf besser unter einen Hut bringen.

Wenn-dann-Pläne

Für Wald sind sogenannte Wenn-dann-Pläne gleichbedeutend mit Vorsätzen. Diese Pläne sind jedoch „künstliche“ Vorsätze, die 1993 von Peter Gollwitzer zur besseren Zielerreichung entwickelt wurden.

Sie verknüpfen eine Gelegenheit oder Situation („Wenn“) mit einem konkreten Verhalten („Dann“): „Wenn ich mit fünf Kunden telefoniert habe, gehe ich in die Teeküche und esse eine Banane.“

Wenn-dann-Pläne helfen

Diese Minipläne helfen, ein Ziel auf einfachste Tätigkeiten herunterzubrechen und eine Situation zum Aktionsauslöser zu machen. Die Wirkung dieser „implementation intentions" ist in vielen Studien gezeigt worden. Peter Gollwitzer und Paschal Sheeran haben sie 2006 in einer Metaanalyse zusammengefasst.

Für Lageorientierte

Beim beruflichen Vorankommen können Wenn-dann-Pläne Personen helfen, die lieber nur von der Zukunft träumen als selber aktiv zu werden. Diese Lageorientierten kreisen in Gedanken viel um ihre „Lage“ und haben Schwierigkeiten damit, einen Vorsatz zügig umzusetzen wie es Handlungsorientierte tun.

Das Personenmerkmal Handlungs- versus Lageorientierung wurde von Julius Kuhl zur Erklärung von Handlungsblockaden eingeführt.

Der Vorteil von Lageorientierten ist, dass diese Personen sich das Ziel viel konkreter ausmalen, was sich auch wieder zu einem Anreiz ummünzen lässt, wie der Beitrag auf Sueddeutsche.de zusammenfasst: „sich Ziele vor Augen halten“.

Immer diese Probleme

Wenn man Neues lernen will, soll man sich laut Peter Wald auf seine Stärken konzentrieren. „Stärken stärken“ lautet sein Grundsatz. Nur: Was sind meine Stärken und wie erkenne ich sie?

Nicht weniger schwierig ist es, von der allzu gern eingenommenen Problemperspektive („Mein Gehalt ist viel zu niedrig.“) abzusehen und davon ein Aufbauprogramm für seine Stärken abzuleiten.

Hürden als Ausgangspunkt

An dieser Stelle ist ein Wenn-dann-Pläne nützlich: „Wenn ich über mein Gehalt gejammert habe, schaue ich im Internet nach einem Seminaranbieter für Kommunikationstrainings“.

Um aus solch kleinen Miseren einen Aktionsplan zu machen, kombiniert Gabriele Oettingen Wenn-dann-Pläne neuerdings mit mentalem Kontrastieren.

Das Fahrrad unterm Arm

Dabei werden zuerst die Hürden gesammelt, die sich auf dem Weg zur Zielerreichung auftürmen. Zum Beispiel für das Work-Life-Balance-Ziel „mehr Sport machen“ die Hürde: „Ich stehe morgens zu spät auf, um noch mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren zu können.“

Dann wird die Hürde mit einem konkreten Verhalten verknüpft: „Wenn morgens die Zeit knapp ist, nehme ich mein Fahrrad in der Bahn mit und fahre mit dem Fahrrad am Abend nach Hause.“

Wenn dieser Wenn-dann-Plan einmal steht, aufgeschrieben und visualisiert wurde, ist die unselige Hürde, zu spät aufzustehen, plötzlich zur Chance geworden. Dann muss man sich nur noch aufs Fahrrad schwingen.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Gollwitzer, P. M. (1993). Goal achievement: The role of intentions (PDF). European Review of Social Psychology, 4, 141-185.

Gollwitzer, P. M., & Sheeran, P. (2006). Implementation intentions and goal achievement: A meta-analysis of effects and processes (PDF). Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69-119.

Haufe Personal (2011). Karrierevorsätze 2011: eine gemeinsame Serie von personalmagazin und DIS AG.

Kuhl, J. (1981). Motivational and functional helplessnes: The moderating effect of state versus action orientation (Abstract). Journal of Personality and Social Psychology, 40, 155-170.

Oettingen, G., & Gollwitzer, P. M. (2010). Strategies of setting and implementing goals: Mental contrasting and implementation intentions (PDF). In J. E. Maddux & J. P. Tangney (Eds.), Social psychological foundations of clinical psychology (pp. 114-135). New York: Guilford.

Süddeute online (2010). Karriere-Vorsätze für 2011: im nächsten Jahr wird alles anders.

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