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Strategie: Psychologisches Kapital

18. Januar 2011

Eine neue Studie von Organisationspsychologen der Arizona State University lotet das „psychologische Kapital“ von Führungskräften und ihren Mitarbeitern aus. Damit sind zentrale Stärken gemeint, mit denen ein Mensch nicht nur zuversichtlicher wird, sondern sogar besser arbeitet und mehr leistet. Psychologisches Kapital lässt sich natürlich auch vermehren, sprich trainieren.

Kapital als Hauptsumme

Kapital ist im Wortsinn die „Hauptsumme“ oder die zur Verfügung gestellte Wertsumme finanzieller Mittel. Ohne den Menschen sind diese Mittel allerdings bedeutungslos. Folgerichtig erscheint daher der Ansatz des Organisationspsychologen Fred Luthans, das „Kapital“ wieder dort anzusiedeln, wo es herkommt: im Kopf des Menschen. 2007 erläuterte er zusammen mit seinen Kollegen in der Fachzeitschrift Personnel Psychology, was psychologisches Kapital ist und wie man es messen kann.

Psychologisches Kapital oder der kleine Tugendkatalog

Luthans und seine Mitarbeiter extrahierten damit die wichtigsten Tugenden, die aus der Positiven Psychologie bekannt sind (die Forschungsrichtung, die sich mit den menschlichen Stärken befasst), und stellten sie in die Kampfzone des Büros.

Das psychologische Kapital des arbeitenden Menschen ist durch vier mehr oder weniger ausgeprägte Merkmale gekennzeichnet (mit Beispielitems aus dem dazu gehörigen Fragebogen „Psychological Capital Questionnaire, PCQ“):

Polizisten untersucht

Doch ist dieses Kapital, das im emsigen Leistungsträger schlummert, wirklich ausschlaggebend für seinen Erfolg? Das haben jetzt Fred Walumbwa von der Arizona State University und seine Kollegen untersucht – auch abgedruckt in der Personnel Psychology.

Sie befragten 79 Dienstgruppen- und Dienstellenleiter der Polizei und ihre 264 Mitarbeiter nach ihrem psychologischen Kapital, dem allgemeinen Serviceklima der Dienststelle und nach der Arbeitsleistung.

Beim Serviceklima wurde abgeklopft, welchen Stellenwert Arbeits- und Servicequalität im täglichen Job haben. Die Arbeitsleistung der Mitarbeiter beurteilten deren Vorgesetzten.

Mehr Leistung durch mehr Kapital

Heraus kam, dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter stärkten, wenn sie selbst über psychologisches Kapital verfügten – also über Selbstvertrauen, Optimismus und Widerstandsfähigkeit. Wenn diese Tugenden der Führungspersönlichkeit auf die Kollegen abfärbten, verbesserte das deren Arbeitsleistung. Dieses Kapital konnten die Mitarbeiter besonders gut für ihre Arbeit nutzen, wenn das Serviceklima allgemein gut war.

Anders ausgedrückt: Das psychologische Kapital der Mitarbeiter ist der entscheidende Mittler zwischen Führungskraft und Arbeitsleistung. Nur wenn es der Führungskraft gelingt, dass die Teammitglieder optimistisch und widerstandsfähiger werden, arbeiten sie auch besser.

Kapitale Vorbilder und Tugendtrainings

Für die Führungspraxis ergibt sich daraus nach Ansicht der Autoren:

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Walumbwa, F. O., Peterson, S. J., Avolio, B. J. & Hartnell, C. A. (2010). An investigation of the relationships among leader and follower psychological capital, service climate, and job performance (Abstract). Personnel Psychology, 63, 937-963.

Luthans F., Avolio B. J., Avey J. B., Norman S. M. (2007). Positive psychological capital: Measurement and relationship with performance and satisfaction (Abstract). Personnel Psychology, 60, 541-572.

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