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Strategie: Ein Jahr lang im Arbeitsparadies

8. Oktober 2010

Eine neue Studie zeigt: ein Jahr Auszeit vom Job lädt die Akkus wieder auf. Ein Sabbatical macht leistungsfähiger und gut gelaunt. Die Autoren der Studie geben Tipps, wie man am besten sein Auszeitjahr gestaltet.

Wo ist das Arbeitsparadies?

Sabbaticals sind im Kommen. Immer häufiger wird Toptalenten eine Auszeit gewährt, um sie bei Laune und Leistung zu halten. Doch ist es wirklich besser, seine Seele im fernen Arbeitsparadies baumeln zu lassen als weiterhin zu Hause seine Pflicht zu tun?

Ja, ist es, sagen Oranit Davidson von der Tel Aviv University und Kollegen in einer neuen Studie, veröffentlicht im Journal of Applied Psychology. Sie begleiteten 129 Wissenschaftler aus Israel, Neuseeland und den USA, die sich ein freies Forschungsjahr gönnten.

In ihrer ausgeklügelten Untersuchung stellten die Autoren jedem Auszeitnehmer eine ähnliche Kontrollperson gegenüber, die zu Hause bleiben musste – um so die Wirkung des Sabbaticals genau zu messen.

Die Arbeitsakkus

Sie schauten sich dabei die Akkus der Freinehmer an, d.h. die Ressourcen, die für gutes Arbeiten wichtig sind:

Akkus wieder geladen

Es zeigte sich, verglichen mit der Zeit vor dem freien Jahr und verglichen mit den Akademikern ohne Auszeit, dass die Akkus wieder geladen wurden.

Das Sabbatjahr wurde für die Auszeitnehmer in der Tat zum Arbeitsparadies, denn sie fühlten sich währenddessen freier, hatten mehr Energie, weniger Stress, waren interessierter, enthusiastischer, inspirierter und berichteten sogar über eine gestiegene Lebenszufriedenheit im Vergleich zu ihrer Tätigkeit davor.

Sabattical-Tipps

Die Forscher geben Tipps, wie man seine Auszeit optimal gestalten kann. Dabei ist wichtig zu bedenken, dass das Sabbatical keine Ferien sind, sondern eine wohlgestaltete Arbeitszeit. Eine Zeit, die um ihrer selbst willen geschätzt wird und die wieder in Einklang mit den eigenen Wünschen steht. Hilfreich ist dabei:

Warum nicht immer ein Arbeitsparadies?

Ein Wermutstropfen zum Schluss: Die Zufriedenheits- und Ressourcenwerte der Freimacher erreichten ein paar Monate nach dem Sabbatical wieder das Ausgangsniveau. Damit könnte man die Langzeitwirkung infrage stellen.

Oder man könnte einfach fordern, dass die tägliche Arbeit so gut auf das eigene Profil zugeschnitten ist wie im Auszeitjahr. Warum also nicht immer ein Arbeitsparadies, von dem Arbeitgeber wie Arbeitnehmer enorm profitieren?

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Davidson, Oranit B.; Eden, Dov; Westman, Mina; Cohen-Charash, Yochi; Hammer, Leslie B.; Kluger, Avraham N.; Krausz, Moshe; Maslach, Christina; O'Driscoll, Michael; Perrewé, Pamela L.; Quick, James Campbell; Rosenblatt, Zehava; Spector, Paul E. (2010). Sabbatical leave: Who gains and how much? (Abstract). Journal of Applied Psychology, 95,  953-964.

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