Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Mitarbeiter bei Veränderungen unterstützen

Petra Nowak-Feddersen

Petra Nowak-Feddersen,
Group Executive Management Deutsche Telekom, Senior HR Executive Manager, 52 Jahre, verheiratet, ein Sohn,
Diplom-Psychologin (Arbeits- und Organisationspsychologie),
beruflicher Schwerpunkt: HR Executive Management; HR Development

Was hat Sie in die Personalbranche geführt?
Im Rahmen meines Psychologiestudiums kam ich mit dem Bereich Training und Entwicklung von Erwachsenen in Berührung. Eine Weiterbildung als Kommunikationstrainerin verhalf mir zu ersten Erfahrungen in der Personalentwicklung. Da ich Spaß am Umgang mit Gruppen hatte, wählte ich für meinen Berufseinstieg die Führungskräfteentwicklung. Bei meiner jetzigen Funktion als HR Executive Manager mit der Betreuung von Executives vom Recruitment über Performance- und Nachfolgemanagement bis zur Vertragsgestaltung kann ich meine psychologischen Kompetenzen in der Diagnostik und Entwicklung mit den Instrumenten des klassischen Personalmanagements zusammenbringen.

Was bedeutet Wirtschaftspsychologie für Sie?
Psychologische Herangehensweisen sind ein wichtiger Schlüssel, um mein Unternehmen und die Mitarbeiter zu unterstützen, mit der veränderten Arbeitswelt umzugehen. Das beginnt etwa damit, Potenziale von Bewerbern im Auswahlprozess zu identifizieren, um sie nicht nur für eine spezifische Funktion zu gewinnen, sondern möglichst breit und flexibel einsetzen zu können.

Was können gute Psychologen in Unternehmen verändern?
Die eigene Haltung und die Werte eines Mitarbeiters sind entscheidende Erfolgsfaktoren für die Zukunft. Als Psychologin kann ich Erkenntnisse wie aus der positiven Psychologie im Unternehmen in meiner täglichen Arbeit umsetzen. Bei der Telekom wurde letztes Jahr viel über die Verantwortung der Mitarbeiter gesprochen. Sie wurden ermutigt, für sich und ihre Ideen selbstverantwortlich einzutreten und über den eigenen Tellerrand hinaus aktiv Veränderungen anzugehen. Dazu gehört es auch, Anerkennung und Wertschätzung in den Fokus zu stellen. Diese Initiative wurde von vielen Unternehmensbereichen aufgegriffen und findet sich in vielen Aktionen wieder, wie bei digitalen Dankes-Postkarten im Intranet zum Versenden an Kollegen und Mitarbeiter.

Mit welchem Thema würden Sie sich gern einmal beruflich beschäftigen?
Ich möchte neue Strategien und Instrumente entwickeln und umsetzen, damit Mitarbeiter und Führungskräfte besser mit Veränderungen im Unternehmen und am Arbeitsmarkt umgehen können. Dazu gehören die Haltung zu Neuem und Unbekanntem, wie neuen Technologien und Karrierewegen, sowie lebenslanges Lernen.

Was ärgert Sie in Ihrem Beruf am meisten?
Wenn gute Ideen und Motivation in bürokratischen Prozessen stecken bleiben. Als pragmatischer Mensch unterstütze ich 80:20-Lösungen, wo immer es geht.

Was denken Ihre Mitarbeiter über Sie?
Ich glaube, meine positive und lösungsorientierte Art wird von meinen Kollegen sehr geschätzt. Ich bin durch und durch ein Teamplayer. Meine Arbeit macht mir Spaß, und daran lasse ich mein Umfeld teilhaben.

Was ist Ihre größte Macke?
Immer wenn ich ein Dokument unterzeichne und ich mir dafür einen Stift von einem Kollegen ausborge, nehme ich ihn automatisch an mich und muss dann die Besitzer suchen.

Wie schalten Sie am besten von der Arbeit ab?
Ich praktiziere Yoga und verbringe Zeit mit meiner Familie.

Wenn Sie drei Monate Zeit hätten, was würden Sie machen?
Ich könnte mir vorstellen, eine Reise in ein Land zu machen, dessen Kultur mir neu ist, bei einem Projekt mitzuarbeiten, das Jugendliche auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereitet, oder ein Job-Shadowing in einem Start-up zu übernehmen.



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