Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Aufgeschlossen gegenüber der Digitalisierung

Michael Donat

Michael Donat, 54, verheiratet, vier erwachsene Töchter und Großvater,
Senior Director Human Resources bei Sopra Steria Consulting,
Diplom-Psychologe mit Ausbildung in Aachen, Braunschweig und Stuttgart-Hohenheim, berufliche Schwerpunkte: internationales HR-Management, M&A- Projekte, Turnaround/Restrukturierungen

Was hat Sie in die Personalbranche geführt?
Begeisterung. Personalpsychologische Fragestellungen waren das Interessanteste, was ich im Studium erlebt habe. Mit dem Angebot, bei Daimler in die internationale Nachwuchsgruppe einzusteigen, habe ich dann Personalarbeit vollumfänglich gelernt.

Was bedeutet Wirtschaftspsychologie für Sie?
Erfolg. Die Gestaltung der Strukturen, Prozesse, Einstellungen und Verhaltensweisen in einem Unternehmen führt zum wirtschaftlichen Erfolg. Die Wirtschaftspsychologie liefert für viele unternehmensbezogene Gestaltungsprozesse (wie Recruiting, Personalentwicklung oder Change Management) die notwendigen Grundlagen, ohne die erfolgreiche Personalarbeit nicht möglich wäre.

Was können gute Psychologen in Unternehmen verändern?
Alles. Es geht um Menschen, um Teams, um Organisationen. Werteorientierte Personalarbeit beruht auf Basisfaktoren wie Wertschätzung der Mitarbeiter, Führungsstil oder Unternehmenskultur. Psychologen haben das Handwerkszeug, dieses Erfolg versprechend zu gestalten und Unternehmen damit erfolgreicher zu machen.

Mit welchem Thema würden Sie sich gern einmal beruflich beschäftigen?
Digitalisierung. In der Personalarbeit bin ich neuen Trends gegenüber stets offen. Momentan beschäftigt mich insbesondere die digitale Revolution, sie wird die Arbeitswelt dramatisch verändern. Neben der technologischen müssen wir auch eine soziale Digitalkompetenz entwickeln. Welche Ausbildungen brauchen wir in Schule, Universität und im Beruf? Was müssen wir anpacken und verändern, um weiter erfolgreich zu sein.

Was ärgert Sie in Ihrem Beruf am meisten?
Fehlende Professionalität. Personalarbeit hat in vielen Unternehmen nicht den Stellenwert, den sie benötigt, um erfolgreich zu sein. Und das liegt auch an fehlenden Personaler-Persönlichkeiten mit Durchsetzungskraft und Mut.

Was denken Ihre Mitarbeiter über Sie?
Glaubwürdigkeit. Ich habe häufig Teams in schwierigen Situationen übernommen. Und diese neu aufgestellt, neue Strukturen geschaffen, auch Trennungen herbeigeführt. Meine Mitarbeiter haben mir stets das Feedback gegeben, dass ich geradeheraus bin, offen und ehrlich handele.

Was ist Ihre größte Macke?
Ich bin ich. Ich mag mich so, wie ich bin. Ich respektiere die Meinung anderer. Ich nehme mich als Person nicht wichtig. Ich habe auch nie versucht, mich zu ändern, um anderen besser zu gefallen. Sind das alles Macken?

Wie schalten Sie am besten von der Arbeit ab?
Einfach so. Ich kann gut loslassen, die Arbeit ausblenden und mich auf etwas Neues konzentrieren. Da ist es völlig egal, was ich mache. Abschalten ist bei mir Einstellungssache.

Wenn Sie drei Monate Zeit hätten, was würden Sie machen?
Vielfalt erleben. Die Pan Americana auf ihren 20 000 Kilometern mit dem Motorrad. Aber lieber hätte ich zwölf Monate.



Zum Archiv Profil


dt>