Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
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Profil: Verhalten im Kontext

Carsten C. Schermuly

Carsten C. Schermuly, 30,
Diplom-Psychologe, Promotion zum Dr. rer. nat. an der Humboldt-Universität zu Berlin, Postdoktorand am Lehrstuhl für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie der TU Braunschweig; wissenschaftlicher Schwerpunkt: Analyse von Interaktionsprozessen in Arbeitsgruppen; Evaluation von Personalauswahlinstrumenten; praktisch: Führungskräfteauswahl und -entwicklung

Was hat Sie in die Personalbranche geführt?
Als Psychologie-Student habe ich am Mentoren-Programm der Friedrich-Ebert- Stiftung teilgenommen, und dabei hat mich mein Mentor stark geprägt. Er war in der Personalbranche tätig, und wir haben beide schnell gemerkt, dass ich auch eine starke Leidenschaft für diesen Bereich habe.

Was bedeutet Wirtschaftspsychologie für Sie?
Die Arbeits- und Organisationspsychologie beschäftigt sich mit dem menschlichen Erleben und Verhalten in der Arbeit. Die Wirtschaftspsychologie schaut sich dieses Verhalten und Erleben in noch etwas breiteren Kontexten an (zum Beispiel der Mensch als Beworbener, Sparer, Steuerzahler).

Was können gute Psychologen in Unternehmen verändern?
Jeden einzelnen Menschen, sein Wesen und darüber die ganze Organisation und gesellschaftliche Prozesse.

Mit welchem Thema würden Sie sich gern einmal beruflich beschäftigen?
Ich habe das Glück einen Beruf auszuüben, der mir erlaubt, zumindest teilweise meine Themen selbst zu bestimmen. Als Nächstes möchte ich mich damit beschäftigen, wie die Salienz – also die Wahrnehmbarkeit – von Unterschiedlichkeit in Arbeitsgruppen deren Interaktionsprozesse beeinflusst.

Was ärgert Sie in Ihrem Beruf am meisten?
Wenn der Wert von geistigem Eigentum nicht entsprechend respektiert oder adäquat geschätzt wird.

Was denken Ihre Mitarbeiter über Sie?
Ich hoffe, dass meine Kolleginnen und Kollegen sich nicht mit so vielen Gedanken über mich plagen müssen. Wenn sie aber ein hohes Maß an Vertrauen mir gegenüber empfinden, so würde mich das freuen.

Was ist Ihre größte Macke?
Ich bin kaum fähig, mehrere vernünftige Sätze zu verfassen, ohne dass Musik im Hintergrund läuft. Zum Glück stören mich Kopfhörer nicht.

Wie schalten Sie am besten von der Arbeit ab?
Durch lange Spaziergänge oder ein intensives Gespräch mit meiner Lebenspartnerin. Das Ideal ist eine Kombination aus beidem.

Wenn Sie drei Monate Zeit hätten, was würden Sie machen?
Dann nehme ich mal die Standardantwort des Wissenschaftlers: Ich schreibe ein Buch. Die Gliederung existiert sogar schon. Der Titel und die drei Monate Schreibzeit fehlen noch. Wenn die Wunschfee mir auch noch ein wenig Taschengeld überreichen würde, so sollte vom Schreibtisch ein Blick auf die Ostsee möglich sein.



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