Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Profil: Gestalten im Großraumbüro

Tatjana Thiel Tatjana Thiel, 42,
Diplom-Psychologin, Head of Management Development bei MAN SE,
Geschäftsführerin MAN Studienstiftung;
beruflicher Schwerpunkt: Executive Education, Talent-Management, Potenzial und Nachfolgeplanung, Führungskräfteentwicklung und Managementdiagnostik

Was hat Sie in die Personalbranche geführt?
Eigentlich war es Zufall. Nach dem Studium der Klinischen Psychologie und der Wirtschaftspsychologie in Moskau und Bochum habe ich in Köln eine der großen Recruiting-Messen besucht. Dort wurde mir ein Praktikum in der Personalabteilung eines großen Konzerns angeboten. Das war ein Glücksgriff, denn ich konnte dort meine beruflichen Fähigkeiten einsetzen. Als ich das Angebot zu einer Festanstellung bekam, habe ich sofort zugesagt.

Was bedeutet Wirtschaftspsychologie für Sie?
Wirtschaftspsychologen erwerben im Studium nicht nur fachliche Kenntnisse, sondern auch Managerqualitäten, vor allem verfügen sie über starke analytische Fähigkeiten. Als Psychologin möchte ich mich nicht nur auf eine reine Beobachter- und Feedbackgeber-Rolle reduzieren lassen. Ich möchte im Beruf gestalten.

Was können gute Psychologen in Unternehmen verändern?
Mindestens 30 Prozent des Unternehmenserfolgs beruhen auf Human Resources, entsprechend kann ein Psychologe in der Personalabteilung nachhaltig zur Steigerung des Unternehmenserfolges beitragen.

Mit welchem Thema würden Sie sich gern einmal beruflich beschäftigen?
Diversity. Das wird in Deutschland immer noch viel zu wenig beachtet. Dabei würde es den meisten Unternehmen guttun, wenn in den Führungspositionen mehr unterschiedliche Menschen mit verschiedener Lebenserfahrung arbeiten.

Was ärgert Sie in Ihrem Beruf am meisten?
Diese endlosen Sitzungen ohne richtiges Ziel, ohne vernünftigen Abschluss. Manchmal gehe ich bei solchen Marathon-Meetings zwischendurch einfach mal raus.

Was denken Ihre Mitarbeiter über Sie?
Sie schätzen vor allem meinen souveränen Umgang mit anderen Menschen, auch in schwierigen Situationen. Außerdem wissen sie, dass ich immer ein offenes Ohr für sie habe.

Was ist Ihre größte Macke?
Ich arbeite gerne in einem offenen Großraumbüro. Das könnte Schwierigkeiten geben, wenn ich den Arbeitsplatz wechseln möchte.

Wie schalten Sie am besten von der Arbeit ab?
In der Natur. Da denke ich überhaupt nicht mehr an berufliche Dinge. Das Schöne an meinem heutigen Wohnort München ist ja, dass man am Wochenende wirklich schnell in die Berge oder an die Seen im Alpenvorland kommt.

Wenn Sie drei Monate Zeit hätten, was würden Sie machen?
Ich würde gerne noch einmal eine weitere Sprache lernen – etwa Mandarin in Shanghai, das reizt mich. Das Erlernen einer fremden Sprache ermöglicht ein tiefes Eintauchen in eine fremde Kultur. Für mich war das immer eine Art Mentalitätserweiterung, und das würde ich gerne noch einmal erleben.



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