Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
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Profil: Priorisierungen tun weh

Jens Lönneker Jens Lönneker, 52,
Diplom-Psychologe, Geschäftsführer und Gesellschafter Rheingold Institut für qualitative Markt- und Medienanalysen, beruflicher Schwerpunkt: tiefenpsychologische Markt- und Medienforschung;
verheiratet, 6 Kinder

Was hat Sie in die Markt- und Medienforschung geführt?
Ich fand Tiefenpsychologie geil, wollte aber nicht Therapeut werden.

Was bedeutet Wirtschaftspsychologie für Sie?
Die Konfrontation von Ökonomie mit seelischen Eigenwelten und umgekehrt.

Was können gute Psychologen in Unternehmen verändern?
Sie können die Perspektive verändern: Menschliches, Allzu-Menschliches ist Anfang und Ende aller Ökonomie. Im Unternehmensalltag wird dies oft aus den Augen verloren. Gute Psychologen können zum Anwalt sowohl der großartigen wie der abgründigen Seiten unseres Seelischen im Unternehmen werden. Das macht die Arbeit aufregender, lustiger, unheimlicher, spannender, reicher – und verrückterweise am Ende auch ökonomisch zielgerichteter und effektiver.

Mit welchem Thema würden Sie sich gern einmal beruflich beschäftigen?
Das Rheingold Institut gibt mir enorme Forschungsfreiheiten. Dafür bin ich sehr dankbar. Mich interessiert im Moment stark, wie wir in unseren zwanghaft auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaften psychologisch reagieren, wenn wir uns ökonomisch einschränken müssen. Griechenland ist hier ein Vorbote. Was sich dort abspielt, ist psychologisch wirklich spannend.

Was ärgert Sie in Ihrem Beruf am meisten?
Nichts wirklich. Ich bin weitgehend glücklich mit meinem Beruf.

Was denken Ihre Mitarbeiter über Sie?
Spannend, inspirierend – nervend, unorganisiert.

Was ist Ihre größte Macke?
Mich interessiert viel zu viel. Priorisierungen vorzunehmen tut mir immer auch weh. Dazu passt irgendwie, dass ich nach Meinung meiner Frau länger als jeder andere brauche, um mich für einen Parkplatz zu entscheiden.

Wenn Sie drei Monate Zeit hätten, was würden Sie machen?
Das wäre ein Traum. Ich würde mit meiner Frau wegfahren und anfangen, ein Buch über unsere Forschungsarbeit zu schreiben.



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