Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Profil: Gute Kooperationen gestalten

Dr. rer. nat. habil. Margret Wintermantel Dr. rer. nat. habil. Margret Wintermantel, 62, Diplom-Psychologin, Universitätsprofessorin für Psychologie, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Mitglied des Vorstands der European University Association, beruflicher Schwerpunkt: Vertretung der deutschen Hochschulen gegenüber Gesellschaft und Politik

Was hat Sie in die Personalbranche geführt?
Ich bin ja nicht wirklich in der Personalbranche tätig. Allerdings habe ich es täglich mit Fragen der Personalauslese und Personalentwicklung, der Führung und der Kommunikation in der komplexen Organisation Hochschule zu tun. Mein Weg über Studium und Professur für Psychologie in die Funktion einer Universitätspräsidentin und jetzt in der Hochschulrektorenkonferenz hat damit zu tun, dass ich seit Langem an der Gestaltung guter Kooperationen mit Blick auf das Erreichen gemeinsamer Ziele – theoretisch und praktisch – interessiert bin.

Was bedeutet Wirtschaftspsychologie für Sie?
Eine Disziplin der Sozialpsychologie, die sich mit dem Individuum und Gruppen von Individuen im Kontext der Arbeitswelt beschäftigt. Sie konzentriert sich auf die Perspektive der denkenden und handelnden Personen, auf deren Wahrnehmungen und Erklärungsmuster, deren Emotionen, Handlungsorientierungen und Entscheidungen.

Was können gute Psychologen in Unternehmen verändern?
Gerade mithilfe ihrer wissenschaftlich fundierten Kenntnisse über das Erleben und Handeln von Individuen können sie relevante Prozesse etwa des Change Managements, der Kooperation im Team, der Gestaltung von Arbeitsumgebungen und viele andere zielführend steuern, aber auch beratend tätig sein.

Mit welchem Thema würden Sie sich gern einmal beruflich beschäftigen?
Mich interessieren Fragen der Führung von Universitäten und Fachhochschulen unter den heutigen Bedingungen der größeren Autonomie und des globalen Wettbewerbs. Wissenschaftliche Arbeit lässt sich nicht einfach anweisen, sondern ist in hohem Maß offen, erfordert leidenschaftliches Bemühen um Erkenntnis, braucht Neugier und Kreativität. Deshalb ist es entscheidend, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das würde ich gern auch durch eigene Forschung und experimentell verfolgen.

Was ärgert Sie in Ihrem Beruf am meisten?
Am meisten ärgert mich die Änderungsresistenz vieler Mitmenschen, die oft verbunden ist mit einer Kultur des Nörgelns, der pessimistischen Bewertung alles Neuen und des Schlechtredens gerade der Leistungen anderer.

Was denken Ihre Mitarbeiter über Sie?
Ich vermute, dass sie mich als zu fordernd und als nur schwer zufriedenzustellen empfinden. Ich sollte versuchen, meine Erwartungen noch klarer zu kommunizieren.

Was ist Ihre größte Macke?
Dass ich Destruktivität und Aggressivität nur schwer verkraften kann.

Wenn Sie drei Monate Zeit hätten, was würden Sie machen?
Ich würde gern zwei Bücher schreiben. Ein wissenschaftliches über sprachliche Kommunikation in komplexen Organisationen und eines über meine ganz subjektiven Erfahrungen und Erlebnisse im Wissenschaftssystem.



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