Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Profil: Eine Herzensangelegenheit

Dr. Rüdiger Hossiep Dr. Rüdiger Hossiep, 50,
Diplom-Psychologe, Leiter Projektteam Testentwicklung an der Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität Bochum, beruflicher Schwerpunkt: Entwicklung von Instrumenten zur Anwendung in der Wirtschaftspsychologie,
verheiratet, 2 Kinder (15 und 18 Jahre)

Was hat Sie in die Personalbranche geführt?
Nach dem Vordiplom im Jahr 1980 lernte ich sowohl den klinischen wie auch den wirtschaftspsychologischen Bereich intensiv kennen. Ich habe mich den Menschen und den Themen im personalpsychologischen Umfeld dabei immer näher gefühlt. 1981 war ich Praktikant in der Betriebpsychologie bei Horst Fischer (Mannesmann, Duisburg), der die Sektion im Berufsverband über Jahrzehnte geführt hatte. Rückblickend hat mich diese Zeit geprägt. Ab da wurde meine Laufbahn durch die beiden Aspekte „Auswahl“ und „Entwicklung“ dominiert. So war es auch bei meinen Stationen als Personalberater in Düsseldorf und als Betriebspsychologe bei der Deutschen Bank in Frankfurt.

Was bedeutet Wirtschaftspsychologie für Sie?
Eine Herzensangelegenheit, indem ich immer wieder versuche, das im Wirtschaftsgeschehen nach wie vor bestehende Vakuum zu füllen, damit fundiertes wirtschaftspsychologisches Gedankengut selbstverständlicher in den Köpfen der Entscheider wird.

Was können gute Psychologen in Unternehmen verändern?
Enorm viel, wenn sie sich die nötige Macht dazu erarbeitet haben.

Mit welchem Thema würden Sie sich gern einmal beruflich beschäftigen?
Ich bin in der glücklichen Lage, meine Forschungsschwerpunkte nahezu frei wählen zu können. Am interessantesten finde ich die Rekrutierungsmechanismen im Topmanagement. Allerdings ist auf diesem Feld die Forschung auch am sperrigsten, weil man sich auf dieser Ebene ausgesprochen schwer damit tut, Dritten Einblicke zu gewähren.

Was ärgert Sie in Ihrem Beruf am meisten?
Dass die Durchdringung mit wirtschaftspsychologischem Gedankengut bei den entscheidungsrelevanten Ebenen in den letzten 20 Jahren aus meiner Sicht viel zu geringe Fortschritte gemacht hat.

Was denken Ihre Mitarbeiter über Sie?
Dass ich kein Freund der Mittelmäßigkeit bin.

Was ist Ihre größte Macke?
Meine Sammelwut. Ich horte vieles, was nicht niet- und nagelfest ist.

Wie schalten Sie am besten von der Arbeit ab?
Ich schalte weder ab noch an. Ich denke einfach gern über arbeitsbezogene Fragen nach – auch wenn ich mich zeitgleich etwa mit alten Autos beschäftige.

Wenn Sie drei Monate Zeit hätten, was würden Sie machen?
Das, wofür ich mich für die nächsten drei Monate sowieso entschieden habe. Will sagen: Wenn man drei Monate lang etwas tun will, muss man eben etwas anderes lassen. Aber davon abgesehen: Bei drei Monaten zusätzlicher Zeit würde ich ein Renaturierungsprojekt im Ruhrgebiet angehen.



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