Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Profil: Zaubertrank für Manager

Gerd Diesing Gerd Diesing, 50, Diplom-Psychologe,
Head of Selection & Potential Analysis, Deutsche Telekom AG,
beruflicher Schwerpunkt: u. a. Eignungsdiagnostik;
verheiratet, zwei Söhne (acht und zehn Jahre)

Was hat Sie in die Personalbranche geführt?
Das ausgeprägte Interesse am Menschen – sowohl bezogen auf das individuelle seelische Geschehen als auch bezogen auf Wirkprozesse in Gruppen.

Was bedeutet Wirtschaftspsychologie für Sie?
Aus der psychologischen Perspektive heraus konsequent zur Steigerung des Unternehmenswerts beizutragen. Und dabei die soziale und gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens nicht aus den Augen zu verlieren.

Was können gute Psychologen in Unternehmen verändern?
Alles! Wirtschaft und Börse sind bekanntermaßen „zu mindestens 50 Prozent Psychologie“. Gerade im serviceorientierten People Business ist die Verfassung der Belegschaft und des Managements entscheidender Wettbewerbsfaktor.

Mit welchem Thema würden Sie sich gern einmal beruflich beschäftigen?
Die Fragestellung „Gibt es eine Rezeptur für erfolgreiche Managementkarrieren?“ würde ich gern genauer untersuchen. Welches Gewicht haben dabei Faktoren wie zum Beispiel soziale und kognitive Begabung, unbedingter Wille, Herkunft, günstige Marktbedingungen, Netzwerkkompetenz und so weiter wirklich? Hier den „Zaubertrank“ (wenn es denn einen gibt) zu kennen, wäre revolutionär und extrem wertschöpfend.

Was ärgert Sie in Ihrem Beruf am meisten?
Ignoranz, Eingefahrenheit und „Paragrafenreiterei“ regen mich am meisten auf.

Was denken Ihre Mitarbeiter über Sie?
„Ich will nie mehr einen anderen Chef!“ Etwas sachlicher: Starke Kunden- und Umsatzorientierung, Kommunikationsgeschick, hohe Kompetenz, Offenheit, Verbindlichkeit und Vertrauenswürdigkeit sind in Teambefragungen genannte Attribute, die mich beschreiben.

Was ist Ihre größte Macke?
Ich bin beruflich ein Überzeugungstäter. Heißt: Oft lasse ich mich zunächst mehr vom fachlichen Interesse an einer Aufgabe leiten als von der nüchternen Zielorientierung. Hier muss ich mich künstlich bremsen, sonst wirke ich plötzlich selbst in allen Projekten mit, was bei einem 22-köpfigen Team zeitlich durchaus problematisch ist ...

Wie schalten Sie am besten von der Arbeit ab?
Egal was ich am Feierabend oder am Wochenende etwa mit Familie oder Freunden mache, das Berufliche tritt stets von selbst schnell in den Hintergrund. Ich lebe immer intensiv im Hier und Jetzt – eine Gabe, für die ich sehr dankbar bin.

Wenn Sie drei Monate Zeit hätten, was würden Sie machen?
Ich hätte Lust (eine gewisse Notwendigkeit besteht auch), gemeinsam mit den Söhnen das Haus einmal komplett von oben bis unten zu renovieren. Mal richtig handwerklich arbeiten, gestalten und sich am Ergebnis erfreuen!



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