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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

26. Januar 2010

Wenn Führung „romantisiert“ wird

Wenn der Einfluss einer Führungskraft im Vergleich zu weiteren Einflüssen im Unternehmen überschätzt wird, „romantisiert“ man Führung. Die Unternehmensleistung wird dann einer bestimmten Person zugeschrieben, die nachweislich nicht den Ausschlag für den Erfolg gab. In der letzten Ausgabe der Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie haben Daniel Herrmann und Jörg Felfe von der Uni Siegen untersucht, inwiefern diese „Romance of Leadership“ konkrete Entscheidungen beeinflusst. Dazu stimmten 124 Führungskräfte ab, ob ein bestimmtes Projekt durchgeführt werden sollte oder nicht.

Das Ergebnis: Auch wenn in der Projektbeschreibung eindeutig angegeben war, dass der Erfolg nicht vom Projektleiter abhängig ist, ließen sich Führungskräfte von der Person des Projektleiters leiten. Sie entschieden über die Projektdurchführung entsprechend dem Führungspotenzial des Leiters, nicht nach den objektiven Rahmenbedingungen. Damit wurden z.B. politische oder wirtschaftliche Lage, Markt- oder Produktpotenzial unterschätzt.

Diese Überschätzung des Führungspotenzials kann zu riskanten Entscheidungen verleiten, etwa wenn schwierige Aufträge allein deshalb angenommen werden, weil man von den Führungsqualitäten des Projektmanagers überzeugt ist.

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Daniel Herrmann, Jörg Felfe (2009). Romance of Leadership und die Qualität von Managemententscheidungen. Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 53, 163-176. Zum Abstract.

Mehr zu Führung in der Ausgabe „Leadership“.

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