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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

17. Dezember 2019

Studie „Karriere-Websites 2019“: Noch viel Luft nach oben

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Zum 11. Mal seit 2000 wurden an der Hochschule RheinMain 146 Karriere-Websites bedeutender Arbeitgeber in Deutschland analysiert und bewertet. Dabei zeigt sich ein sehr gemischtes Gesamtbild. Einerseits haben nach der vorliegenden Studie viele Unternehmen ihre Karriereseiten in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Andererseits zeigen sich – gerade bei einem größeren Teil der Arbeitgeber aus Mittelstand, Digitalwirtschaft und öffentlicher Verwaltung – noch deutliche Defizite, so das Forscherteam.

Karriere-Websites zählen für Bewerber zu den wichtigsten Kriterien

„Studien und Befragungen bestätigen immer wieder, dass die Karriere-Website für potenzielle Bewerber nach wie vor zu den wichtigsten Kanälen zählt, um sich über einen Arbeitgeber zu informieren beziehungsweise um sich letztlich zu bewerben. Die unternehmenseigene Karriere-Website ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt im Personalmarketing und Recruiting“, erklärt Professor Wolfgang Jäger. Sie stelle sowohl unternehmens-, als auch bewerberseitig den wichtigsten Kanal für die Informationsbereitstellung und -beschaffung sowie die Stellenausschreibung und -suche dar. Und dies kanalübergreifend, also stationär und mobil.

Vor diesem Hintergrund wurden an der Hochschule RheinMain jetzt zum 11. Mal seit dem Start der Studienreihe die Karriere-Websites von 146 bedeutenden Arbeitgebern in Deutschland untersucht. Die Stichprobe setzt sich wie in den Vorjahren wieder aus den größten und den beliebtesten Arbeitgebern zusammen. Ergänzt wurden diesmal – aufgrund deren hoher beziehungsweise zunehmender Relevanz – bedeutende mittelständische Arbeitgeber, wichtige Arbeitgeber im öffentlichen Sektor und große Arbeitgeber der Digitalwirtschaft. „Die Bewertung beruht auf einem beim Studienstart im Jahr 2000 am Studiengang Media Management entwickelten Kriterienkatalog. Dieser wurde seitdem – basierend auf neuesten Erkenntnissen, Unternehmens- und Bewerberfeedback sowie den Erfahrungen und der Expertise der Herausgeber und der Studienpartner milch & zucker sowie Territory Embrace – kontinuierlich angepasst und immer weiter optimiert“, erläutert Sebastian Meurer.

Der aus Expertenperspektive aufgestellte, standardisierte und in vier Cluster aufgeteilte Kriterienkatalog repräsentiert eine imaginäre, „optimale“ Karriere-Website (100 Prozent Erfüllungsgrad). Die Bewertung aus Bewerberperspektive erfolgte wie in den Vorjahren wieder unabhängig und eigenständig durch ein Team von Studierenden des Studiengangs Media Management an der Hochschule RheinMain.

Heterogenes Gesamtbild

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Die Ergebnisse zeichnen insgesamt ein durchwachsenes beziehungsweise gemischtes Bild. „Es zeigt sich eine sehr hohe Varianz in der Qualität der untersuchten Karriere-Websites. Der erreichte Erfüllungsgrad variiert zwischen sehr guten 84 Prozent beim Gesamtsieger ThyssenKrupp und ungenügenden 19 Prozent. Aus den drei Sektoren Mittelstand, Digitalwirtschaft und öffentliche Arbeitgeber gelingt lediglich der KFW Bankengruppe mit Rangplatz 23 der Sprung in die Top 30“, sagt Professor Thorsten Petry.

Einerseits, so die Wissenschaftler, hätten viele Unternehmen bei den Karriere-Websites in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht. So lägen im Jahr 2019 im Vergleich zur letzten Studie erfreulicherweise deutlich mehr Unternehmen in der Kategorie „guter Durchschnitt“ (mit einem Erfüllungsgrad zwischen 60 und 75 Prozent). Andererseits gäbe es auch im Jahr 2019 nach wie vor noch Unternehmen, deren Karriere-Website als rückständig zu bezeichnen seien oder die komplett abgehängt seien.

In den Gruppen der rückständigen und abgehängten Karriere-Websites befinden sich, neben einem Dutzend großer und beliebter Arbeitgeber, der Großteil der untersuchten Arbeitgeber aus Mittelstand und Digitalwirtschaft. Und auch fast zwei Drittel der untersuchten Karriere-Websites von Unternehmen aus dem öffentlichen Sektor zählen zu diesen beiden Kategorien. „Die Karriere-Websites dieser Arbeitgeber sind noch nicht ausreichend für den Wettbewerb um knappe und vielseitig nachgefragte Talente gerüstet“, stellt Professor Wolfgang Jäger fest.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2019. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Der vollständige Studienband im PDF-Format kann auf der Seite Hochschule RheinMain zu einem Preis von 98,00 Euro bestellt werden.

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