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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

5. März 2019

Überraschend starke Empathie für Roboter

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Roboter als Minenräumer, Pflegeassistent oder Haushaltshelfer – je mehr Maschinen mit künstlicher Intelligenz Einzug in Alltag und Beruf nehmen, desto drängender stellt sich die Frage, wie Menschen die künstlichen Gefährten wahrnehmen und sich ihnen gegenüber verhalten. Ein Team um Sari Nijssen von der Radboud University in Nijmegen, Niederlande, und Markus Paulus, Professor für Entwicklungspsychologie an der Ludwigs-Maximilian-Universität München (LMU), hat nun in einer Studie untersucht, inwiefern sich Menschen Robotern gegenüber mitfühlend verhalten und ihrem Verhalten moralische Prinzipien zugrunde legen. Über die Ergebnisse wurde in der Fachzeitschrift „Social Cognition“ veröffentlicht.

Studiendesign beinhaltet moralisches Dilemma

„Wir haben untersucht, inwieweit Erwachsene bereit sind, Roboter zu opfern, um Menschen zu retten“, beschreibt Sari Nijssen die Fragestellung der Studie. Die Teilnehmer der Studie wurden vor ein sogenanntes moralisches Dilemma gestellt: Würden sie einen Einzelnen in Lebensgefahr bringen, um eine Gruppe verletzter Menschen zu retten? In unterschiedlichen Szenarien handelte es sich dabei mal um einen Menschen, mal um einen sogenannten humanoiden Roboter mit menschlichen Zügen und mal um einen Roboter, der klar als Maschine zu erkennen war.

Roboter wird eine Art moralischer Status zugesprochen

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Wie die Studie zeigt, wurde das Dilemma umso ärger, je mehr der Roboter einem Menschen ähnelte. Sobald dieser in kurzen Geschichten als mitfühlendes Wesen oder als Wesen mit eigenen Erfahrungen und Vorstellungen dargestellt wurde, fiel es den Probanden schwerer, diesen zu „opfern“, um Menschenleben zu retten. Die Empathie mit der Maschine ging bei manchen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer so weit, dass sie bereit waren, die Gruppe verletzter Menschen zu opfern, nur, damit dem Roboter nichts passiert. „Das weist darauf hin, dass dem Roboter eine Art moralischer Status zugesprochen wurde. Eine mögliche Implikation ist, dass wir vorsichtig sein sollten, Roboter immer menschenähnlicher zu machen. Dies könnte mit ihrer eigentlichen Funktion, Menschen zu helfen, kollidieren.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2019. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Nijssen, S. R. R., Müller, B. C. N., van Baaren, R. B. & Paulus, M. (2018). Saving the robot or the human? Robots who feel deserve moral care. Social Cognition, 37(1), 41-52.

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