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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

21. Februar 2019

Missglückte Bewerbungsgespräche: Ein Drittel der Kandidaten sagt ab

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Mehr als ein Drittel der Kandidaten (36 Prozent), die von Unternehmen zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, sagten die angebotene Stelle während des Auswahlprozesses ab. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Video-Recruiting Anbieters Viasto, für die das Marktforschungsunternehmen Respondi 1.049 Arbeitnehmer mit akademischem Hintergrund in Deutschland befragte, die 2018 ein Vorstellungsgespräch führten.

21 Prozent der Bewerbenden sagten nach dem Kennenlernen des Unternehmensvertreters ab

Demnach wollten 13 Prozent der Kandidaten die Stelle nicht, obwohl sie bereits eine Zusage des Arbeitgebers in der Tasche hatten. Weitere 21 Prozent - und damit mehr als ein Fünftel - entschieden sich dagegen, nachdem sie die Unternehmensvertreter im Jobinterview kennengelernt hatten. Zwei Prozent sagten bereits vor dem Gespräch ab. Die Gründe für den Sinneswandel der Kandidaten sind vielfältig. 38 Prozent  hatten ein besser dotiertes Jobangebot, jeweils zur Hälfte vom alten Arbeitgeber oder von anderen ausschreibenden Unternehmen. Ein Viertel gab an, nur ausgelotet zu haben, ob der ausgeschriebene Job besser sei als der aktuelle. 28 Prozent fanden den Auswahlprozess des Unternehmens zu lang oder nicht zufriedenstellend. Weitere 18 Prozent entschieden sich für eine andere Stelle, die persönlich besser zu ihnen passte und 14 Prozent für eine, die ihren fachlichen Fähigkeiten besser entsprach.

Über die Hälfte der Bewerbenden fühlten sich wie in einer Prüfungssituation

Auf Kandidatenseite herrscht ein klares Bild davon, was ein gutes Jobinterview ausmacht. So sind nahezu drei Viertel der Studienteilnehmer der Meinung, dass die  Gesprächsatmosphäre gut sein muss, damit das Kennenlernen gelingt. Für 48 Prozent soll das Vorstellungsgespräch in jedem Fall von Arbeitgeberseite klar strukturiert sein. 60 Prozent ist es wichtig, dass die fachlichen Fragen zielführend sind, was 53 Prozent auch von den persönlichen Fragen an sie erwarten. Erlebt haben viele Bewerber etwas anderes: Vier von fünf Kandidaten wurden nach der größten Stärke oder Schwäche gefragt. Ein Drittel der eingeladenen Bewerber sollte sagen, wo sie sich in drei Jahren sehen. Immerhin fast jeder Zehnte wurde nach seiner Meinung über den letzten Vorgesetzten gefragt. Ein gutes Drittel der eingeladenen Kandidaten fühlte sich so nicht umworben und mehr als die Hälfte hatte das Gefühl hatten, in einer Prüfungssituation zu stecken.

Bewerbende hatten oft das Gefühl, dass Unternehmensvertreter oft nicht gut vorbereitet waren

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Nur in rund zwei Dritteln der Gespräche war mindestens eine Person aus der Personalabteilung dabei. In etwas mehr als der Hälfte aller Interviews nahm der potenzielle Vorgesetzte aus der Fachabteilung teil und bei einem knappen Drittel aller Fälle war der Geschäftsführer des ausschreibenden Unternehmens anwesend. Die Kandidaten urteilten, dass nur vier von zehn Personalern wirklich gut auf das Gespräch vorbereitet waren – ebenso viele wie bei den Vertretern der Fachabteilung. Bei den Geschäftsführern war es sogar nur ein knappes Drittel.

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