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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

5. Februar 2019

Mehr Stress als früher – und das vor allem durch die Chefs

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Zwei Drittel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer empfinden heute mehr Stress bei der Arbeit als noch vor fünf Jahren. Ein Viertel sieht den Stress als deutlich höher an. Mit großem Abstand ist dabei für 35 Prozent der Stressfaktor Nummer eins ihr Chef. Nur 12 Prozent leiden vor allem an zu viel Arbeit. Weitere wichtige Stressfaktoren: Lange Anreise ins Unternehmen (für 20 Prozent der Befragten der größte Grund für Stress), zu niedriges Gehalt (19 Prozent) und die Kollegen (14 Prozent). Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Befragung von 1.951 Angestellten durch die global tätige Organisations- und Personalberatung Korn Ferry.

Häufige Wechsel der Vorgesetzten verursachen Stress

Drei von vier Befragten empfinden durch den Wechsel ihres Vorgesetzten unmittelbar Stress. „Aufgrund von Transformation und permanenter Veränderung liegt die Vermutung nahe, dass vor allem zu viel Arbeit den individuell empfundenen Stress von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verstärkt“, sagt Carsten Schäfer Spezialist für die Rekrutierung von Fach- und Führungskräften bei Korn Ferry. „In Wirklichkeit hat aber der unmittelbare Vorgesetzte den größten Einfluss auf die Gefühlswelt während der Arbeitszeit. Und der wechselt in heutiger Zeit immer häufiger.“ Zwei Drittel gaben an, häufiger oder oft wegen Stress im Job nicht gut schlafen zu können. Und 76 Prozent sind sich sicher, dass arbeitsbedingter Stress sich schlecht auf ihre Beziehungen zu Hause auswirke.

Sowohl zu viel als auch zu wenig Arbeit wird als stressig empfunden

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Auch interessant: 79 Prozent halten zu wenig Arbeit für deutlich stressiger als zu viel Arbeit. Und 74 Prozent würden für mehr Gehalt auch bereit sein, noch mehr zu arbeiten. Carsten Schäfer sagt: „Diese Aussagen sollte man nicht falsch interpretieren: Unsere Untersuchungen zeigen, dass zu viel Arbeit sich ebenfalls sehr negativ auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswirkt. Vor allem aber dann, wenn Leistung und Einsatz nicht honoriert wird. Und das geht wiederum von der obersten Führung und den unmittelbar vorgesetzten Führungskräften aus. Darum ist es von entscheidender Bedeutung, dass Unternehmen heute auf Führungskräfte setzen, die nicht nur fachlich exzellent sind, sondern denen es gelingt, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren, ihrer Arbeit einen Sinn zu verleihen und als Lotse im komplexen Veränderungsdschungel zu fungieren.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2019. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

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