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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

14. Juni 2018

Azubis: Bewerbungsverfahren lieber ohne Snapchat und WhatsApp

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Immer mehr Unternehmen setzen soziale Medien in der Kommunikation mit Azubi-Bewerbern ein. Nur gefällt das diesen nicht unbedingt. Bei Snapchat stimmen 63 Prozent der Aussage zu, Ausbildungsbetriebe sollten es „im Bewerbungsverfahren gar nicht einsetzen“. Bei WhatsApp ist es rund die Hälfte der Azubis. Das sind einige der Ergebnisse der Azubi-Recruiting Trends 2018.

Privates und Bewerbung voneinander trennen

Für die von Professor Christoph Beck begleitete bundesweite Befragung zur dualen Ausbildung hat der Solinger Ausbildungsspezialist U-Form Testsysteme insgesamt 5.537 Azubi-Bewerber, Auszubildende und Ausbildungsverantwortliche befragt. Das Team von Meinestadt.de mit der Azubi-App TalentHero unterstützte die Befragung erstmalig. „Arbeit ist Arbeit und Snapchat ist etwas sehr Privates“, schreibt ein Umfrageteilnehmer. Auch die Azubi-Kommentare zum Thema WhatsApp zeigen Vorbehalte: „unseriös, mit hohem Eingriff in die Privatsphäre“ urteilt ein weiterer, „Privates und Bewerbungen sollten getrennt bleiben“, ein anderer. Bei Chatbots sind 45 Prozent der Befragten dagegen, sie in Bewerbungsverfahren einzusetzen.

Eltern beeinflussen häufig die Entscheidung für ein Unternehmen

Azubi-Bewerber werden bei ihrer Entscheidung für ein Unternehmen von verschiedenen Sekundärzielgruppen beeinflusst. Am wichtigsten sind Eltern (77 Prozent), aber auch Freunde (54 Prozent) und Unternehmensvertreter (50 Prozent). Influencer auf Social Media erreichen lediglich einen Anteil von knapp sechs Prozent, Facebook-Freunde nur rund vier Prozent. Ausbildern ist die entscheidende Rolle der Eltern mehrheitlich bewusst, allerdings spricht nur eine Minderheit sie gezielt im Azubimarketing an.

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Drei Viertel der Auszubildenden möchten in Stellenanzeigen mehr zu den „beruflichen Möglichkeiten nach Abschluss der Ausbildung“ erfahren. Bei den Ausbildungsverantwortlichen sind dagegen für vier Fünftel die „Anforderungen an den Bewerber“ in Stellenanzeigen am wichtigsten. Und das, obwohl aktuell 57 Prozent der Bewerber mehr als ein Angebot für einen Ausbildungsplatz erhalten. Auch in Bewerbungsgesprächen wird wenig wird über die Perspektive nach der Ausbildung gesprochen. Über die Hälfte der Azubi-Bewerber würde dabei gerne häufiger gefragt, wie das Arbeitsumfeld gestaltet sein muss, damit ihnen die Arbeit Spaß macht. Stattdessen dominieren gewohnte Fragen wie „Warum haben Sie sich ausgerechnet bei uns beworben?“ Neun von zehn Bewerbern werden sie in der einen oder anderen Form „sehr häufig“ oder „häufig“ gestellt.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2018. Alle Rechte vorbehalten.

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