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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

12. Juni 2018

Finanzielle Belohnung für alle fördert Team-Ergebnisse

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Teams, denen ein gemeinsamer Bonus in Aussicht gestellt wird, sind erfolgreicher. Der Grund: Vermutlich verändert der monetäre Anreiz, wie das Team seine Zusammenarbeit organisiert. Das zeigt eine aktuelle Studie des Forscherteams um Florian Englmaier, der das Seminar für Organisationsökonomik an der Volkswirtschaftlichen Fakultät der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) leitet.

Gruppenspiel für logische und kombinatorische Fähigkeiten

Dafür arbeitet er mit seinen LMU-Kollegen Stefan Grimm und Simeon Schudy sowie David Schindler von der Tilburg University mit dem Unternehmen „Exit the Room“ zusammen.  Es bietet ein Spiel für Gruppen an, die ihre logischen und kombinatorischen Fähigkeiten testen wollen. Dabei müssen die Teammitglieder innerhalb einer Stunde in einem geschlossenen Raum  Spuren entdecken und Zusammenhänge erkennen, um so gemeinsam den Weg nach außen zu finden.

Monetärer Anreiz kann zu besseren Teamleistungen führen

In der Studie wurde einigen Teams ein Bonus in Höhe von 50 Euro in Aussicht gestellt, wenn sie innerhalb von 45 Minuten (statt 60 Minuten) die Aufgabe lösten, die anderen Teams starteten ohne diesen Anreiz. Für die Studie wurden die Leistungen von knapp 1.000 Teams mit rund 4.000 Teilnehmenden ausgewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Team innerhalb einer Dreiviertelstunde fertig wurde, war für die Gruppen, die einen monetären Anreiz erhalten konnten, mehr als doppelt so hoch. Ein Teil der Teammitglieder beantwortete im Nachhinein einen Fragebogen. Bei den erfolgreichen Teams gaben die Mitglieder häufiger an, dass ihr Team gut organisiert war und eine Führungspersönlichkeit die Zusammenarbeit koordinierte. „Die Teams müssen Informationen sammeln, ihre Umgebung verstehen, und dann die gesammelten Informationen neu kombinieren, um auf eine Lösung zu kommen. Das sind eine Reihe von Aspekten, die auch in der modernen Arbeitswelt immer prominenter werden“, sagt Grimm.

Bei selbst gesuchten Aufgaben wirken Boni ebenfalls

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Der Bonus steigerte die Teamleistung auch, wenn sich die Teams die Aufgabe selbst gesucht hatten.  Wie motiviert die Teams waren, die sich die Aufgabe selbst gesucht hatten, zeigte sich unter anderem daran, dass sie kaum Hilfe in Anspruch nahmen. Das war bei der Vergleichsgruppe, die aus Studierenden bestand, denen die Aufgabe zugeteilt wurde, nicht der Fall. Um möglichst schnell auf die Lösung zu kommen, forderten sie häufiger Tipps an, vor allem wenn ein Bonus winkte. Die Studie zeigt, wie wichtig das Belohnungselement des Bonus ist. Ein Hinweis im Vorfeld an die Teams, dass es eine außergewöhnlich gute Leistung ist, die Aufgabe in 45 Minuten zu lösen (ohne monetäre Anreize) veränderte das Ergebnis nicht. Dagegen bewirkte ein Bonus für das Lösen der Aufgabe innerhalb von 60 Minuten eine Leistungssteigerung.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2018. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Englmaier, F., Grimm, S., Schindler, D., Andreas, S. & Schudy, D. (2018). The Effect of Incentives in Non-Routine Analytical Team Tasks – Evidence from a Field Experiment. CESifo Working Paper No. 6903. München: Munich Society for the Promotion of Economics Research – CESifo GmbH.

Hier geht es zur Pressemitteilung der LMU

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