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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

7. Juni 2018

Ungestört arbeitet es sich viel besser

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Multitasking und Arbeitsunterbrechungen gehören heute zum Alltag vieler Beschäftigter. Beides belastet die Beschäftigten und senkt die Produktivität. Eine jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte Broschüre gibt praktische Hinweise, was Unternehmen und Beschäftigte tun können, um stress- und störungsfreier zu arbeiten.

Unterbrechungen führen zu schlechteren Arbeitsergebnissen

Die beste Störung ist die, die gar nicht erst stattfindet. Lediglich Beschäftigte, die einer einfachen und monotonen Aufgabe nachgehen, empfinden Störungen im Arbeitsablauf als positiv. Wer jedoch bereits drei Minuten von hochkonzentrierter Arbeit abgelenkt wird, braucht anschließend rund zwei Minuten, um wieder an dem Punkt vor der Unterbrechung weiterarbeiten zu können. Das verlängert nicht nur die Bearbeitungszeit, sondern führt, wie Forschende der Universität Michigan herausgefunden haben, auch zu schlechteren Arbeitsergebnissen. Die Ursache: die Leistungsfähigkeit des Gehirns verringert sich um 20 bis 40 Prozent, wenn parallel statt nacheinander gearbeitet wird.

Die Forschenden raten deshalb, dass Beschäftigte nach Möglichkeit selbst entscheiden, welche Aufgabe Vorrang hat. Muss die aktuelle Arbeit unbedingt vor der Fertigstellung unterbrochen werden, wie beispielsweise in Krankenhäusern, dann helfen Notizen dabei, sich anschließend wieder problemlos im vorherigen Thema zurechtzufinden. Außerdem sollten die Beschäftigten ihre Arbeit nach Möglichkeit an einer Stelle unterbrechen, die die Wiederaufnahme leichter macht. Um Überlastung vorzubeugen, empfiehlt die Broschüre zudem, das Kollegium frühzeitig um Hilfe zu bitten.

Multitasking spart weder Zeit noch Aufwand

Beschäftigte sollten vermeiden, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Studien zeigen, dass Multitasking weder Zeit noch Aufwand spart. Wer dennoch so arbeiten muss, sollte die Arbeit in Ruhe angehen und sich an persönlichen Erfahrungen orientieren. Zudem lassen sich Zeitfenster einrichten, in denen es sich ungestört arbeiten lässt.

Doch auch das Kollegium und Führungskräfte können einiges tun: Meist wollen sie nur „mal eben“ etwas fragen oder besprechen und meinen es nicht böse. Dann kann ein freundliches Gespräch helfen, ihnen bewusst zu machen, wie störend das sein kann. Ein weiterer Grund für Unterbrechungen können unvollständige oder missverständliche Absprachen in Teamrunden oder zwischen Beschäftigten und Führungskräften sein. Hier rät die Broschüre zu klärenden Gesprächen darüber, wie genau Teamabsprachen sein sollten.

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Für den Fall, dass verschiedene Berufsgruppen und Fachbereiche zusammenarbeiten müssen, haben sich laut BAuA „Gesundheitszirkel“ als hilfreich erwiesen. Dabei handelt es sich um einen strukturierten und festgelegten Austausch unter der Leitung von geschulten externen Fachkräften für Arbeitspsychologie.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2018. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). (Hrsg.). (2018). Arbeitsunterbrechungen und Multitasking täglich meistern. Dortmund: BAuA. DOI: 10.21934/baua:praxis20170914

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