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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

5. Juni 2018

Wahrnehmung im Internet: Fragebogen erfasst Zufriedenheit der Nutzer

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Was bestimmt darüber, ob Menschen mit dem Inhalt einer Webseite zufrieden sind? Welche Aspekte nehmen sie wahr? Der Psychologe Meinald T. Thielsch von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hat gemeinsam mit seinem Fachkollegen Professor Gerrit Hirschfeld von der Hochschule Osnabrück untersucht, wie Menschen Online-Inhalte wahrnehmen und wie man das mit einem Fragebogen erfassen kann.

Vier Aspekte der Wahrnehmung

Die Forscher identifizierten vier entscheidende Aspekte der Wahrnehmung von Web-Inhalten: Verständlichkeit (Clarity), Gefallen (Likeability), Informationsgehalt (Informativeness) und Glaubwürdigkeit (Credibility). Auf dieser Basis entwickelten sie den „Web-CLIC“-Fragebogen. Er besteht aus zwölf Fragen und ist auf Deutsch und Englisch online verfügbar und kann von Markt- und Meinungsforschern, Entwicklern, Redakteuren, Betreibern von Webseiten oder anderen kostenlos genutzt werden.

Erstes systematisch erprobtes und validiertes Instrument

Nach Aussagen der Forscher fehlte bisher ein solches Instrument: „Web-CLIC ist das erste umfassend systematisch erprobte und validierte Instrument zur Erfassung der allgemeinen subjektiven Wahrnehmung von Online-Inhalten“ sagt Thielsch. Es sei eine Voraussetzung, um vergleichende Forschung zu betreiben.

Die Ergebnisse eigener Befragungen zeigten, sagt Thielsch weiter, dass Menschen den Inhalt einer Webseite nicht nur rein sachlich nach Nutzen, Verständlichkeit oder Seriosität bewerten. Vielmehr sei es auch wichtig, dass sie ihnen gefallen und ihr Interesse wecken. Dieser subjektive Aspekt habe eine ähnlich große Bedeutung wie die ästhetische Wahrnehmung von Designs, sei abgesehen von Social Media und Online-Videos aber bislang noch wenig erforscht.

Sieben Studien mit Webseitentests

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Die Wissenschaftler führten insgesamt sieben Studien durch, bei der sie Webseiten testeten. In sechs der Studien bewerteten insgesamt 3106 Probanden 60 Webseiten. In einer davon veränderten die Forscher eine Webseite systematisch experimentell, um die Auswirkungen auf die Wahrnehmung zu erfassen. In einer anderen Studie untersuchten sie die Bereitschaft der Nutzer, für eine gemeinnützige Organisation zu spenden – abhängig vom Inhalt der Webseite. „Die Spendenbereitschaft lässt sich durch eine Befragung mit ‚Web-CLIC‘ besser vorhersagen als durch andere Bewertungen“, sagt der Forscher. Die siebte Studie diente dazu, Vergleichswerte für künftige Befragungen mit ‚Web-CLIC‘ zu generieren. Dazu wurden Bewertungen von 120 Webseiten in verschiedenen Kategorien wie Blogs oder E-Learning erfasst. Drei der Studien wurden mithilfe der Psychologie-Online-Plattform „PsyWeb“ realisiert.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2018. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

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