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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

24. Mai 2018

Wenn der Job zur Persönlichkeit passt, ist das Gehalt höher

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Wer in einem Job arbeitet, dessen Anforderungen seiner Persönlichkeit entsprechen, verdient mehr als andere. Das belegt nun erstmals eine Studie auf Basis der Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsförderung (DIW Berlin). Die Untersuchung wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Psychological Science“ veröffentlicht.

Befragung im Rahmen einer Langzeitstudie

Um herauszufinden, wie Persönlichkeit und Einkommen zusammenhängen, hatte eine Gruppe von Forschenden um den Psychologen Jaap Denissen von der Universität Tilburg in den Niederlanden die Daten von 8.458 erwerbstätigen Frauen und Männern ausgewertet. Im Rahmen der Langzeitstudie SOEP wurden alle Teilnehmenden wiederholt befragt, so dass die Forschenden langfristige soziale und gesellschaftliche Trends erkennen können. Alle Befragten hatten unter anderem Angaben über ihren Beruf und ihr Einkommen gemacht und darüber hinaus in den Jahren 2005, 2009 und/oder 2013 auf einer Skala von 1 bis 7 eingeschätzt, für wie extrovertiert, verträglich, gewissenhaft, emotional stabil oder offen sie sich selbst hielten. Außerdem werteten die Forschenden die Angaben von psychologisch tätigen Personen aus, die die Anforderungen an die Persönlichkeit in unterschiedlichen Berufen anhand der gleichen Skala eingeschätzt hatten.

Offenheit von Vorteil

Das Ergebnis der Studie zeigt: Anders als viele Forschende bisher angenommen haben, sind offenbar nicht nur bestimmte Erfolg versprechende Persönlichkeitsmerkmale wie Gewissenhaftigkeit oder Extraversion entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg von Beschäftigten. Wie viel jemand verdient, hängt auch davon ab, wie gut die eigene Persönlichkeit zu den Anforderungen des Jobs passt. Lediglich in Bezug auf die emotionale Stabilität gilt dieser Zusammenhang nicht.

„Menschen, deren Persönlichkeit zu ihrem Job passt, können in einem Jahr bis zu einem Monatsgehalt mehr verdienen“, sagt Jaap Denissen, Erstautor der Studie. Vor allem Beschäftigte, die das den Anforderungen ihres Berufs entsprechende Maß an Offenheit mitbringen, profitieren finanziell. Ihr Gehalt ist im Jahr um bis zu 3.231 Euro höher als das der Kollegschaft. „Das erforderliche Maß an Offenheit für Neues ist von Job zu Job sehr unterschiedlich“, so der Psychologe. „Wer es mitbringt, kann sehr hohe Leistungen erzielen und wird dann entsprechend gut bezahlt.“

Geringe Gewissenhaftigkeit beeinflusst Gehalt

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Menschen hingegen, bei denen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale stärker oder weniger stark ausgeprägt sind als es ihre Arbeit erfordert, verdienen in der Regel weniger als vergleichbare Beschäftigte im Unternehmen. Eine Ausnahme bilden Erwerbstätige, die weniger gewissenhaft oder weniger verträglich sind als ihr Job es erfordert: Sie verdienen im Durchschnitt mehr als andere Beschäftigte. „Der Grund dafür liegt möglicherweise darin, dass wenig gewissenhafte Menschen zwar oft weniger sorgfältig, dafür aber auch schneller arbeiten als andere“, vermutet Jaap Denissen. Für weniger verträgliche Menschen könnte es sich auszahlen, dass sie mehr Zeit in ihr berufliches Fortkommen investierten als in gute Beziehungen zu ihrer Kollegschaft. Das hätten auch schon frühere Studien belegt.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2018. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:
Denissen, J. J. A., Bleidorn, W., Hennecke, M., Luhmann, M., Orth, U., Specht, J. et al. (2017). Uncovering the Power of Personality to Shape Income. Psychological Science 29 (1), 3-13.

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