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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

4. Mai 2018

Frauen nutzen Mitarbeitergespräche zielorientierter

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Eine Ende vergangenen Jahres durchgeführte repräsentative Erhebung unter 1.000 Angestellten durch die Firma von Rundstedt und das Marktforschungsinstitut INNOFACT hat ergeben, dass Mitarbeiter das Personalgespräch als Schlüssel für die berufliche Weiterentwicklung ansehen. Frauen, so stellte sich außerdem heraus, nutzen diese Gespräche zielorientierter als Männer.

Bewertungen von Mitarbeitergesprächen gehen weit auseinander

Hohe Erwartungen und Enttäuschungen liegen bei Mitarbeitergesprächen oft dicht beieinander. Die Bewertung in der Fachliteratur reicht von „sinnvolles Instrument“ bis „Alibigespräch“. Auch wenn man Mitarbeiter befragt, geht die Bewertung auseinander, wie die jüngste Talents&Trends-Befragung durch von Rundstedt und INNOFACT ergibt. 55 Prozent der Befragten finden den Austausch über Leistungen und Erwartungen im Mitarbeitergespräch hilfreich und motivierend. Aber immerhin 35 Prozent sehen in ihr einen Alibitermin mit geringem Effekt.

Knapp 60 Prozent der Mitarbeiter erwarten von ihrem Chef Angebote und Vorschläge für die eigene Weiterentwicklung. Um sicher zu gehen, dass letztere zumindest thematisiert wird, gaben 56 Prozent der Befragten an, sich auf die Gespräche vorzubereiten, indem sie Ziele und Argumente formulieren sowie über Themen nachdenken, die es kritisch zu beleuchten gilt.

Frauen bereiten sich etwas gründlicher vor

Dabei gehen Frauen – so ergab die Befragung – eine Spur gründlicher vor als ihre männlichen Kollegen. Der Frage, ob sie eigene Verbesserungsvorschläge im Gespräch unterbreiten, stimmten 28 Prozent voll zu. Bei den Männern waren das nur 18 Prozent. 26 Prozent der Frauen bezeichneten als „voll zutreffend“, dass sie sich argumentativ auf mögliche Kritik vorbereiten; nur 19 Prozent der Männer taten das.

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Die stärkere Zielorientierung von Frauen äußerte sich vor allem darin, dass Frauen Ziele und Erwartungen aus dem letzten Gespräch überprüfen und sie bei Nichterfüllung auch zur Sprache bringen (das galt für 24 Prozent). Männer haken an diesem Punkt etwas weniger hartnäckig nach (19 Prozent). Gemeinsam ist beiden Geschlechtern, dass sie sich vor Mitarbeitergesprächen intensiv mit den eigenen Wünschen, Zielen und Stärken befassen. Nur 13 Prozent der Befragten gaben an abzuwarten, wie sich das Gespräch entwickelt. Abhängig davon wollten sie situativ zu reagieren und argumentieren. Nur 12 Prozent kontaktieren bereits im Vorfeld den Vorgesetzten, um die Lage zu sondieren. Sophia von Rundstedt, Geschäftsführerin des gleichnamigen Unternehmens, sieht darin noch viel Entwicklungspotenzial für die Kommunikation. Gerade wegen der zunehmenden Veränderungsgeschwindigkeit in Unternehmen sei es wichtig den Dialog zwischen Führungsebene und Angestellten zu verbessern. Ein Weg dorthin bestehe in der Ablösung des klassischen Mitarbeitergesprächs durch einen Karrieredialog. Die Betonung liegt dabei auf dem Wort Dialog.

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