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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

10. April 2018

Produktiver werden im Flow

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Hin und wieder empfindet man bei der Ausübung bestimmter Arbeitsaufgaben ein Flow-Gefühl. Studien zeigen, dass die perfekte Übereinstimmung der eigenen Fähigkeiten mit den Anforderungen eine wesentliche Voraussetzung dafür ist. In solchen Momenten geht man vollkommen auf, in dem was man gerade tut und vergisst alles um sich herum, die Zeit scheint zu verfliegen.

Flow-Erleben lässt sich manipulieren

Wissenschaftler der Hochschule Fresenius und der Ruhr-Universität Bochum haben nun erstmals gezeigt, dass sich dieser Zusammenhang umkehren und damit Flow-Erleben experimentell auslösen lässt. Ausgehend von dem Befund, dass in Phasen des Flows „die Zeit verfliegt“, hat das Forscherteam den Faktor Zeit näher betrachtet. Dazu haben sie in vier Experimenten mit 254 Probanden die Zeitwahrnehmung künstlich manipuliert. Im ersten Versuch wurden den in zwei Gruppen aufgeteilten Teilnehmern die gleichen Aufgaben wie z.B. Wortpuzzle gestellt. Einer Gruppe wurde gesagt, dass sie zur Lösung 15 Minuten Zeit hätten, der anderen wurden nur fünf Minuten eingeräumt. Tatsächlich hatten beide Gruppen zehn Minuten Zeit. Teilnehmer, die 15 Minuten erwartet hatten, bekamen so eher das Gefühl, dass die Zeit verflogen ist. Dies führte dazu, dass sie auch eher angaben, Flow erlebt zu haben als dies in der anderen Gruppe der Fall war.

Nach Flow-Erleben wird Performance besser

Eine weitere weitreichende Erkenntnis: Hat man durch manipulierte Zeitwahrnehmung Flow bei einer Aufgabe erlebt, wird die Performance bei einer anschließenden Tätigkeit verbessert. So sollten die Probanden direkt im Anschluss eine ähnliche zweite Aufgabe lösen. Diejenigen, die während der ersten Aufgabe angegeben hatten, Flow erlebt zu haben, lösten die Folgeaufgabe besser und erlebten wieder mehr Flow als die Vergleichsgruppe, und zwar dieses Mal echten, da die Zeitwahrnehmung im zweiten Durchgang nicht manipuliert wurde.

Deadlines nicht zu knapp bemessen

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„Entgegen der gängigen Praxis, Deadlines immer etwas zu knapp bemessen vorzugeben, lässt sich aus unseren Ergebnissen für die Praxis ableiten, dass man die Dauer von Tätigkeiten so gestalten sollte, dass jemand etwas schneller mit einer Aufgabe fertig sein kann“, so Prof. Christandl. „Hat man beispielsweise eine Stunde Zeit für eine Tätigkeit eingeplant, ist aber früher damit fertig, fühlt man sich gut und löst auch die Folgeaufgaben besser. Aber auch andere Faktoren wie Autonomie oder Mitbestimmungsrecht spielen bei Flow und Arbeitsperformance natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle“, erklärt der Wirtschaftspsychologe.

Die Ergebnisse der Studie werden von den AutorInnen auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung (3.–5. Mai in Bochum) sowie auf dem DGPs-Kongress (15.–20. September in Frankfurt) vorgestellt.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2018. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Christandl, F., Mierke, K., & Peifer, C. (2018). Time Flows: Manipulations of Subjective Time Progression Affect Recalled Flow and Performance in a Subsequent Task. Journal of Experimental Social Psychology, 74, 246–256.

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