Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

22. Februar 2018

Wie viel Erreichbarkeit muss sein?

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Ständige Erreichbarkeit von Arbeitnehmern kann zu Stress führen und letztlich gar zu gesundheitlichen Problemen. Wie man sie durch klare Absprachen und gute Organisation reduzieren kann, ist in einem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten und fachlich von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) begleiteten Projekt untersucht worden.

Ein Forschungsteam der Universität Freiburg und des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung München hat gemeinsam mit Mitarbeitern aus fünf IT-Unternehmen daran gearbeitet, die in vielen Funktionen erwartete ständige Erreichbarkeit von Mitarbeitern zu reduzieren. Es ging dabei auch darum, wie Erwartungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern geklärt und konkrete Maßnahmen zur Verringerung negativer Auswirkungen von E-Mails und Anrufen außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit umgesetzt werden können. Es zeigte sich, dass die Beschäftigten, die sich an diesen Aktivitäten beteiligten, nach mehreren Monaten weniger gefühlsmäßig erschöpft waren als ihre Kolleginnen und Kollegen. Die erste Projektphase mit Beschäftigten der IT-Branche konnte Ende 2017 erfolgreich abgeschlossen werden. Die erarbeiteten Maßnahmen sind in einem Erklär-Video zusammengefasst, welches über Youtube und die Projekt-Homepage verfügbar ist.

„Wir sind sehr zufrieden damit, welchen Anklang das Thema Erreichbarkeit bei den Kooperationsunternehmen gefunden hat“, so die Psychologin Dr. Nina Pauls von der Universität Freiburg. „Insgesamt wurden mehr als 40 Beschäftigte interviewt, über 400 Personen nahmen an Online-Befragungen teil.“ Die auf der Projekt-Homepage auch kostenlos verfügbaren gesammelten Erkenntnisse stehen in Form einer Broschüre mit dem Titel „Ständige Erreichbarkeit – Ursachen, Auswirkungen, Gestaltungsansätze“ ebenfalls zur Verfügung.

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Das Projekt geht nun in die zweite Phase. In dieser sollen die erarbeiteten Handlungsempfehlungen auf weitere Branchen übertragen werden. „Wir haben uns aufgrund von Erkenntnissen aus Interviews und Online-Befragungen für den Finanzdienstleistungssektor als weiteres Anwendungsfeld entschieden“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Menz von der Universität Hamburg, die nun als neuer Partner am Forschungsteam beteiligt ist. Die Arbeitsbelastung sei dort ebenfalls sehr hoch und korreliere mit einer hohen Erwartung an ständige Erreichbarkeit. Workshops und dort erarbeitete Maßnahmen sollen in den nächsten zwei Jahren ähnlich wie in der IT-Branche helfen, das Ausmaß an Erreichbarkeit einzudämmen. Ob und, wenn ja, wodurch es gelingen wird, negative Auswirkungen ständiger Erreichbarkeit wirksam zu reduzieren, werden Befragungen danach zeigen.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2018. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:
Hier geht es zur Projekthomepage „MASTER - Management ständiger Erreichbarkeit“
Broschüre „Ständige Erreichbarkeit – Ursachen, Auswirkungen, Gestaltungsansätze“
Erklärvideo zur Verringerung von ständiger Erreichbarkeit

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