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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

21. Februar 2018

Stellenanzeigen: Lieblos und unprofessionell getextet

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Die Mehrheit der Jobsuchenden hat ein Bewerbungsverfahren schon einmal aufgrund einer schlechten Annonce abgebrochen. Das zeigt eine Online-Umfrage des Anbieters von Recruiting-Lösungen Softgarden.

Totgesagte leben länger: Schon seit vielen Jahren prophezeien Berater der Stellenanzeige ein baldiges Ableben. Eine Umfrage bei 2.126 Jobsuchenden zeigt jedoch das Gegenteil. Rund 30 Stelleninserate haben sich die Umfrageteilnehmer im Durchschnitt bei ihrer letzten Bewerbung angesehen. Nur 15,6 Prozent glauben, dass Stellenanzeigen bald der Vergangenheit angehören.

Qualität von Stellenanzeigen optimierbar

Die Attraktivität der Stellenanzeigen erachten die Bewerber allerdings für optimierbar. 73,1 Prozent der Befragten haben eine Bewerbung schon einmal aufgrund einer schlechten Stellenanzeige abgebrochen. Uneingeschränkt vertrauen nur 15,6 Prozent den Aussagen in Stellenanzeigen. 42,0 Prozent machen die Erfahrung, dass die Jobrealität nicht hält, was die Stellenausschreibung verspricht, und die Verhältnisse in der Stellenanzeige schöngefärbt werden.

Zudem wurden die Teilnehmer aufgefordert, Anforderungsprofil, Unternehmensporträt, Aufgabenbeschreibung und weitere Abschnitte nach ihrer Wichtigkeit zu priorisieren. 71,3 Prozent positionieren die Jobbeschreibung auf Rang 1 oder 2. Bei den gewünschten Informationen, die in Stellenanzeigen in der Regel nicht thematisiert werden, wird das „Gehalt“ mit Abstand am häufigsten genannt.

Präzise Informationen gewünscht

Bei der Entscheidung für eine Bewerbung zählt vor allem der Text. Er steht für 87,6 Prozent an erster Stelle, lediglich für 5,8 Prozent sind es Bilder. Dabei empfinden viele Stellenanzeigen als lieblos oder unprofessionell getextet.

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Bei der Frage nach der idealen Stellenanzeige fällt auf, dass Mehrheit nicht vorrangig ein multimediales Feuerwerk bevorzugt. Gewünscht sind vielmehr präzise Informationen, ebenso wie eine größere Nähe zu den Bewerbern und verbesserte Möglichkeiten zur Interaktion.

„Unternehmen sollten in Stellenanzeigen mehr Transparenz und Realismus wagen, insbesondere bei den Jobbeschreibungen“, sagt Christian Baier, Head of Communications bei Softgarden. Und Recruiter müssten umdenken. War die Stellenanzeige früher ein Instrument der Personalauswahl, so sei sie heute ein Mittel, Bewerber für einen Job und das Unternehmen zu gewinnen.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2018. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:
Die ausführliche Auswertung gibt es unter: www.softgarden.de/studien

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