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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

18. Januar 2018

Unzufriedenheit nach Jobwechsel

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Einer Studie der Frankfurter Baumann Unternehmensberatung Executive Search zufolge sind 28 % der 240 befragten Geschäftsführer und Manager aus verschiedenen Branchen mit ihrem letzten Jobwechsel unzufrieden und bedauern teilweise die neue Stelle angetreten zu haben. Unter den 30- bis 39-jährigen liegt der Wert noch deutlich höher.

Geschäftsführer und Manager nach Jobwechsel unzufrieden

Darin besteht ein großes Risiko, sind unzufriedene Mitarbeiter doch häufig auf dem Sprung und aufgeschlossen gegenüber Stellenangeboten der Konkurrenz. Da sie wichtige Schlüsselpositionen bekleiden, hinterlassen Sie bei einem erneuten Wechsel erfolgskritische Lücken“, kommentiert Dr. Michael Faller, Geschäftsführer der Unternehmensberatung, die Studienergebnisse. Je realistischer das Bild sei, das sich eine Führungskraft von einer neuen Stelle macht, desto besser. 49 Prozent der Befragten gaben an, die Informationen mit dem höchsten Wahrheitsgehalt zum derzeitigen Job aus Gesprächen mit damals noch künftigen Kollegen erhalten zu haben. Erst an dritter Stelle wurde der künftige Chef genannt.

Aufgabengebiet das wichtigste Kriterium beim Wechsel

Wichtigste Kriterien für ihre seinerzeit getroffene Entscheidung zum Jobwechsel waren nach Angaben der befragten Manager das Aufgabengebiet (52 %), die Standortnähe des neuen Arbeitgebers (47 %) und die Vereinbarkeit des neuen Jobs mit Freizeit und Familie (42 Prozent). Hier zeigt sich ein Trend, der besonders junge Manager betrifft, die sich nicht mehr in dem Maße für ihren Job einsetzen wollen, wie das Generationen vor ihnen getan haben. Dieser Punkt sollte offen angesprochen werden, damit es später nicht zu Irritationen kommt, so Michael Faller.

Erwartungen an neu gewonnene Führungskräfte gestiegen

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Die Studie zeigt darüber hinaus, dass die Erwartungen an neu gewonnene Führungskräfte gestiegen sind. So hatten 45 % der Befragten von Anfang an den Auftrag, Innovationen voranzutreiben, 41 % sollten neue fachliche Akzente setzen. „Wurden Führungskräfte noch vor wenigen Jahren in erster Linie aufgrund ihrer fachlichen Expertise eingestellt, werden heute zusätzliche Strategie-, Innovations- und Change-Kompetenz vorausgesetzt. Möglicherweise muss geprüft werden, ob eine Führungskraft dieses Pensum in der bestehenden Konstellation auch bewältigen kann oder ob sie weitere Unterstützung benötigt“, kommentiert Faller die Fakten aus der Studie.

Finanzielle Entwicklung sorgt für Unzufriedenheit

Die mit Abstand größte Quelle für die Unzufriedenheit bereits länger im Job tätiger Führungskräfte, ist laut Studie die finanzielle Entwicklung. Bei rund 60 Prozent haben sich die Erwartungen in dieser Hinsicht nicht vollständig erfüllt. Das sei – so Fallers Auffassung – nicht verwunderlich; „bei längerer Unternehmenszugehörigkeit ist es generell schwierig, große Gehaltssprünge auszuhandeln. Hier sollten Firmen gegensteuern, wenn sie routinierte Leistungsträger halten wollen.“

Besonderheit einer jungen Managergeneration

Die 30- bis 39-jährigen Befragten hadern dagegen hauptsächlich mit einer zu hohen Arbeitsbelastung. Für 64 % der Befragten aus dieser Altersgruppe liegt diese zumindest teilweise über der Erwartung. Fallers Schlussfolgerung: „An dieser Stelle zeigt sich die bereits erwähnte Besonderheit einer jungen Managergeneration, die nicht bereit ist, ihr Privatleben einer möglichen Karriere unterzuordnen.“

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Weiterführende Informationen:
www.personalwirtschaft.de

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