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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

27. Dezember 2016

Psychologen bei der Gefährdungsbeurteilung einbeziehen

Ein neues Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Psychologie nennt Kompetenzen, die aus arbeits- und organisationspsychologischer Sicht bei Gefährdungsbeurteilungen im Betrieb notwendig sind. Außerdem wird gefordert, dabei stärker Arbeits- und Organisationspsychologen einzubeziehen.

Gefährdungen für die Gesundheit vermeiden

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Nach dem Arbeitsschutzgesetz muss der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung durchführen. Damit kann bestimmt und vermieden werden, was die körperliche und seelische Gesundheit am Arbeitsplatz gefährdet. Das können Lärm, falsche Beleuchtung, ungeeignete Körperhaltung, aber auch psychische Belastungen wie Zeitdruck, hohe Verantwortung oder fehlende Unterstützung durch Kollegen sein.

Die Gefährdungsbeurteilung soll acht Schritte umfassen: Tätigkeiten festlegen, Gefährdungen ermitteln, diese beurteilen, Maßnahmen zum Arbeitsschutz bestimmen, diese Maßnahmen durchführen, deren Wirksamkeit überprüfen, alles dokumentieren und das Ganze fortführen, wenn sich die Gegebenheiten ändern. Der Arbeitgeber kann die Gefährdungsbeurteilung selbst durchführen oder fachkundige Führungskräfte damit beauftragen. Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte können beratend zur Seite stehen.

Arbeitspsychologisches Wissen ist notwendig

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie fordert jetzt in einem „Positionspapier zu Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen“, dabei verstärkt Psychologinnen und Psychologen einzubeziehen. Denn „ein Psychologiestudium, das eine Vertiefung im Fachgebiet Arbeits- und Organisationspsychologie und insbesondere im Schwerpunkt Arbeit und Gesundheit anbietet, vermittelt somit wichtige Handlungsvoraussetzungen für die Durchführung von GBU“ (Gefährdungsbeurteilungen).

Im Papier werden auch Kompetenzen aus arbeits- und organisationspsychologischer Sicht genannt, die derjenige haben sollte, der eine Gefährdungsbeurteilung durchführt oder begleitet. Sie oder er muss:

Expertise von Psychologen nutzen

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Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie Conny Antoni empfiehlt, zur Gefährdungsbeurteilung auf arbeitspsychologisches Know-how zu setzen: „Wir legen allen Entscheidungsträgern nachdrücklich nahe, zur Vermeidung von Fehlbeanspruchungen die Expertise von Psychologinnen und Psychologen bei Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen zu nutzen.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs). (Hrsg.). (2016). Positionspapier zu Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen: Anforderungen aus arbeits- und organisationspsychologischer Sicht [PDF]. Göttingen: Herausgeber.

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