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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

1. Dezember 2016

Muskelverspannung durchs Handy

Wer häufig Smartphone oder Tablet benutzt, kann verspannte Schultern oder schmerzende Handsehnen bekommen, so das Ergebnis einer neuen Studie. Dagegen hilft, mit beiden Händen zu tippen, den Nacken nicht zu sehr zu beugen und das Gerät nur kurz zu nutzen.

41 Studien ausgewertet

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Patricia Tegtmeier von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat eine neue Überblicksstudie dazu vorgelegt, wie mobile Geräte auf Muskeln und Skelett wirken. Dazu hat sie 41 bisher veröffentlichte Studien ausgewertet – mit folgenden Ergebnissen.

Problemzonen: Nacken, Daumen

Beanspruchter Nacken. In fast allen Studien zeigte sich, dass der Nacken übermäßig stark nach vorne gebeugt wurde, wenn man ein Smartphone oder ein Tablet benutzte. Teilweise war der Kopf damit bis zu 40 Grad geneigt. Der Komfortbereich liegt bei null bis 20 Grad Neigung. In einer Studie bestätigte sich, dass vor allem Personen mit starker Nackenbeugung über Beschwerden im Schulter-Nacken-Bereich klagten.

Schmerzende Finger. Wer auf dem Smartphone tippte, knickte das Handgelenk stark nach innen und streckte die Daumen über Gebühr. In einer Studie mit 70 Patienten, die über Schmerzen, Kribbeln oder Taubheit von Hand und Handgelenk berichteten, gaben alle an, Handys oder Smartphones exzessiv benutzt zu haben. Bei allen wurde eine Sehnenentzündung im langen Daumenstrecker oder ein Schmerzsyndrom im Zeigefingermuskel diagnostiziert. Patricia Tegtmeier schreibt: „Die häufig repetitiven, sehr schnellen Bewegungen während des Verfassens von Texten bergen ein erhöhtes Risiko für Tendinopathien [Erkrankungen der Sehne] vornehmlich im Daumen.“

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Blendende Bildschirme. In einer Untersuchung wurde herausgefunden, dass es Bildschirme mit starker Spiegelung und Blendung erschwerten, Texte zu lesen, besonders dann, wenn das Smartphone stark beleuchtet war. Die Autorin: „Je stärker die Beleuchtung, desto förderlicher waren die blendreduzierten Displays für die Mustererkennung.“

Besser mit beiden Händen

Smartphones und Tablets können also zu Muskelverspannungen führen. Um sie zu verhindern, empfiehlt Patricia Tegtmeier:

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Patricia Tegtmeier (2016). Review zu physischer Beanspruchung bei der Nutzung von Smart Mobile Devices [PDF]. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

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