Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

22. November 2016

Dümmer durch fettes Essen?

Baut das Gehirn durch fettes Essen ab? Wird man dadurch schwachsinniger und kann sich schlechter etwas merken? Diesen Fragen sind Schweizer Forscher jetzt nachgegangen. Sie gaben Mäusen fettes oder gesundes Futter. Die Ergebnisse deuten auf tiefgreifende neuronale Veränderungen hin.

Teilweise Fettbomben

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Ein Forscherteam um Marie Anaïs Labouesse von der ETH Zürich hat jugendliche und erwachsene Mäuse 30 Tage lang mit normaler oder sehr fettreicher Kost mit einem Fettgehalt von 63 Prozent gefüttert. Danach ließen sie die Mäuse durch ein Wasserlabyrinth schwimmen, maßen ihre Blutwerte und nahmen Proben aus ihrem Gehirn. Die Ergebnisse stehen in der Onlineausgabe der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry.

Unreif hinter der Stirn

Es zeigte sich, dass die Mäusejugendlichen, die viel Fett gefuttert hatten, im Labyrinth schlechter lernten und dass ihr Gedächtnis nachließ. In ihrem Stirnhirn kam ein bestimmtes Eiweiß seltener vor, das für die Hirnreifung wichtig ist. Außerdem war der Austausch zwischen den Nervenzellen-Enden in diesem Areal gestört. Bei ausgewachsenen Mäusen, die fettreich aßen, waren diese Einbußen nicht zu beobachten.

Fettalarm im Jugendalter

Geprüfte Fachinfos
Jetzt zwei neue Hefte der Zeitschrift lesen.
Hier mehr erfahren.

Die jugendlichen Nager wurden durch die Fettbomben also geistig behäbiger und ihr Stirnhirn zerfiel. Da sich Mäuse und Menschen physiologisch ähneln, könnte das auch für Heranwachsende des Homo sapiens zutreffen. Urs Meyer aus dem Forscherteam mahnt daher: „Während der Adoleszenz sollten Kinder und Jugendliche möglichst ausgewogen und hochwertig essen.“ Meiden sollte man vor allem Essen mit vielen gesättigten Fettsäuren, also Wurst, Butter oder Kokosöl. Gleichzeitig gibt er Entwarnung: „Wer einmal pro Woche fettreiches Fastfood isst, wird kaum betroffen sein.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

M. A. Labouesse (Physiology and Behavior Laboratory, ETH Zürich), O. Lassalle, J. Richetto, J. Iafrati, U. Weber-Stadlbauer, T. Notter, T. Gschwind, L. Pujadas, E. Soriano, A. C. Reichelt, C. Labouesse, W. Langhans, P. Chavis & U. Meyer (2016). Hypervulnerability of the adolescent prefrontal cortex to nutritional stress via reelin deficiency [Abstract]. Molecular Psychiatry, advance online publication 15 November 2016.

Mehr zu Gesundheit und Arbeit: Hier zwei neue Ausgaben der Wirtschaftspsychologie aktuell bestellen.

Das Stirnhirn ist bei Auswahlentscheidungen maßgeblich beteiligt.

Bonner Psychologen haben ein Schusseligkeitsgen gefunden, das im Stirnhirn wirkt.

Lesen Sie im Themenschwerpunkt „Gefühle managen“ Fakten zu Gefühlswahrnehmung, Empathie, Emotionsarbeit, Charakter, Berufung, Büro-Freundschaften und Wohlbefinden.

Den monatlichen Newsletter der Zeitschrift bestellen.

Im Archiv ab 2001 blättern.