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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

21. September 2016

Zufrieden trotz geringeren Einkommens

Wenn das monatliche Einkommen einbricht, bleiben die meisten erstaunlich zufrieden. Die Lebenszufriedenheit nimmt nur unwesentlich ab, ist nach zwei Jahren wieder komplett hergestellt und liegt dann sogar etwas über dem früheren Wert. Das zeigt eine neue Analyse.

Abwärts mit dem Einkommen

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Damaris Rose, die an der Universität Köln ihre Doktorarbeit schreibt, hat untersucht, ob Menschen unzufriedener werden, wenn sie weniger verdienen. Dazu wertete sie Daten von 386.048 Personen aus, die zwischen 1984 und 2013 an der Langzeitbefragung des Sozio-oekonomischen Panels teilnahmen und die gesamte Bevölkerung abbilden.

Die Forscherin teilte die Personen in fünf Einkommensgruppen – wenig bis viel Geld monatlich im Haushalt – und schaute dann, wer sich im Laufe der Befragung eine oder mehrere Gruppen nach unten bewegte. Diese Abwärtsbewegung setzte sie ins Verhältnis zur Lebenszufriedenheit.

Stabile Zufriedenheit

19 Prozent stiegen ab. Bei 19 Prozent verringerte sich das Haushaltseinkommen. 15 Prozent stiegen um eine Gruppe ab, drei Prozent um zwei, ein Prozent um drei und 0,3 Prozent um vier Gruppen.

Nur geringfügig unzufriedener. Jene, die abstiegen, antworteten auf die Frage „Wie zufrieden sind Sie gegenwärtig, alles in allem, mit Ihrem Leben?“ zwar etwas weniger optimistisch. Aber die Einbuße an Lebenszufriedenheit betrug bei den Absteigern durchschnittlich nur 0,5 Skalenpunkte auf einer Skala von 1 bis 11, war also „bei weitem nicht so stark wie angenommen“, so die Autorin.

Zufriedener mit weniger Geld

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Einkommensverlust kündigte sich an. Es zeigte sich auch, dass die Lebenszufriedenheit schon abnahm, bevor das Haushaltseinkommen sank. Die finanziellen Einbußen waren also meist schon vorhersehbar, z.B. durch befristete Arbeitsverträge.

Nach zwei Jahren wieder zufrieden. Zwei Jahre nach dem Einkommensverlust war die frühere Zufriedenheit wieder komplett hergestellt. Personen mit weniger Geld in der Tasche waren sogar etwas zufriedener als früher, wo sie mehr verdienten.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Damaris Rose (Cologne Graduate School, Universität zu Köln). (2016). Abwärtsmobilität beim Haushaltseinkommen ohne langfristigen Einfl uss auf die Lebenszufriedenheit [PDF]. Informationsdienst Soziale Indikatoren, 56, August 2016, 9-13.

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Durch Arbeitslosigkeit nimmt die Lebenszufriedenheit über einen Zeitraum von sechs Jahren ab.

Im Themenschwerpunkt „New Work“ stehen Fakten zu digitaler Arbeitswelt, Schreibtischlosigkeit, Werten, Erlebniskultur, Entfremdung und Psychopathie.

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